Der Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wirft der Bundesregierung mangelndes Engagement beim Ausbau der Stromnetze vor und verlangt deutlich schnellere Verfahren. In einem Positionspapier fordert der Lobbyverband eine massive Beschleunigung des Netzausbaus, unter anderem durch verkürzte Umweltprüfungen. Die derzeitigen Planungs- und Bauzeiten für Leitungen seien für den Industriestandort Deutschland „inakzeptabel“.
BDEW dringt auf schnelleren Netzausbau
In dem Positionspapier des BDEW, aus dem der „Spiegel“ berichtet, heißt es: „Der Gesetzgeber muss Maßnahmen ergreifen, die zu einer spürbaren Beschleunigung des Netzausbaus schnell und wirksam beitragen.“ Die Zeit dränge, betont der Verband weiter. „Wichtig ist, dass wir den Stromnetzausbau vorantreiben.“ Ein „konsequenter Leitungsausbau“ sei einer der „wichtigsten Hebel, um die Energiewende erfolgreich zu machen“, so der BDEW.
Der Verband kritisiert, dass es derzeit zehn Jahre dauere, bis eine 110-Kilovolt-Leitung fertiggestellt sei. Dies sei „für einen Industriestandort wie Deutschland inakzeptabel“. Um gegenzusteuern, fordert der BDEW eine massive Beschleunigung der Verfahren, insbesondere durch verkürzte Umweltprüfungen.
Kritik am stockenden Infrastruktur-Zukunftsgesetz
Nach Einschätzung des Verbandes verfügt die Koalition bereits über ein wirksames Instrument, das bislang jedoch nicht genutzt werde: das Infrastruktur-Zukunftsgesetz. Das Regelwerk soll unter anderem die Nutzung des Infrastruktur-Sondervermögens im Volumen von 500 Milliarden Euro vereinfachen. Bislang hängt das Gesetz jedoch im Parlament fest. „Das Gesetz muss dringend um Belange der Energiewirtschaft erweitert werden“, fordert der BDEW.
„Stromnetze sind das Rückgrat der Energiewende“
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, unterstreicht gegenüber dem „Spiegel“ die zentrale Rolle der Netze: „Die Stromnetze sind das Rückgrat der Energiewende.“ Angesichts des anhaltenden Zubaus an dezentraler Einspeisung und Last sei ein „weiterer Ausbau zentral für den Standort Deutschland“. „Die Politik muss daher jetzt handeln und Planungs- und Genehmigungsprozesse wirksam beschleunigen“, so Andreae.
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