Die Wiedereröffnung des Osnabrücker Ratskellers verzögert sich weiter. Der bereits ausgewählte Pachtinteressent kann das Vorhaben aufgrund unvorhersehbarer personeller Entwicklungen vorerst nicht wie geplant umsetzen. Die Stadt Osnabrück will deshalb ein neues Interessenbekundungsverfahren starten.
Pachtvertrag wird vorerst nicht abgeschlossen
Der geplante Abschluss des Pachtvertrags für den Ratskeller im Historischen Rathaus verschiebt sich bis auf Weiteres. Wie die Stadt Osnabrück mitteilt, müsse das Vorhaben aufgrund unvorhersehbarer personeller Entwicklungen zunächst wirtschaftlich und konzeptionell neu aufgestellt werden.
Der bislang vorgesehene Pächter habe allerdings bekräftigt, weiterhin großes Interesse an dem traditionsreichen Gastronomiestandort zu haben. Wann eine endgültige Entscheidung getroffen werden kann, lässt sich nach Angaben der Stadt derzeit nicht abschätzen.
Stadt schreibt Ratskeller erneut aus
Vor diesem Hintergrund will die Stadt das Interessenbekundungsverfahren für den Ratskeller erneut durchführen. Gastronomiebetriebe sollen damit eine weitere Möglichkeit erhalten, sich mit einem Konzept um die Pacht zu bewerben. Auch der bisherige Pachtinteressent kann sich erneut beteiligen. Dafür müsste er ein angepasstes Konzept einreichen.
Vorstellung des neuen Pächters bereits im Juli abgesagt
Dass es beim geplanten Pächter Probleme gibt, hatte sich bereits Anfang Juli angedeutet. Eigentlich wollte die Stadt den neuen Betreiber am 6. Juli bei einem Pressetermin offiziell vorstellen. Die Präsentation wurde jedoch kurzfristig abgesagt. Einen Ersatztermin nannte die Stadt damals nicht.
Zuvor hatte der Rat der Stadt Osnabrück die Auswahl des neuen Betreibers in seiner Sitzung am 30. Juni bereits bestätigt. Der Name des vorgesehenen Pächters wurde bislang nicht öffentlich bekannt gegeben.
Im Frühjahr hatte die Stadt ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt. Gesucht wurde ein leistungsfähiger Gastronomiebetrieb mit einem schlüssigen und serviceorientierten Konzept sowie einer tragfähigen wirtschaftlichen Perspektive. Neben dem gastronomischen Konzept wurden unter anderem Erfahrungen, Referenzen und das angebotene Pachtmodell bewertet.
Ratskeller seit fast einem Jahr geschlossen
Die Neubesetzung wurde notwendig, nachdem die bisherige Betreibergesellschaft, die ORG Osnabrücker Rats Gastronomie GmbH, Insolvenz angemeldet hatte. Der Gastronomiebetrieb im Keller des Historischen Rathauses schloss zum 31. August 2025.
Damit endete vorerst die Geschichte eines der bekanntesten Gastronomiestandorte in der Osnabrücker Innenstadt. Im Ratskeller befindet sich bereits seit mehr als 80 Jahren ein Restaurant. Zuvor soll der Keller über mehrere Jahrhunderte als „Ratstrinkerstube“ für Mitarbeiter der Stadtverwaltung genutzt worden sein.
Der Standort verfügt neben den Gasträumen im Rathaus auch über die Möglichkeit einer Außengastronomie auf dem Marktplatz.
Kurze Rückkehr während der Maiwoche
Zumindest vorübergehend kehrte während der Maiwoche 2026 wieder gastronomisches Leben in den Ratskeller ein. Der VfL Osnabrück und die Johanniter betrieben dort für zehn Tage die Pop-up-Kneipe „Brückenschänke“.
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