In diesem Jahr gab es in Deutschland offenbar deutlich mehr Sabotage- und Spionagefälle als bisher öffentlich bekannt. Bis Ende August registrierten die Behörden mehr als 165 Verdachtsfälle, wie aus einem vertraulichen BKA-Lagebild hervorgeht.
Anschläge auf Energieversorgung und Spionageverdacht
Besonders besorgniserregend sind Anschläge auf die Energieversorgung, bei denen selbstgebastelte Geschosse Hochspannungsleitungen beschädigten. Die Staatsanwaltschaften ermitteln in diesen Fällen wegen Terrorismus oder verfassungsfeindlicher Sabotage.
Zusätzlich wurden 24 Ermittlungsverfahren wegen Spionage eingeleitet, darunter zwölf wegen Cyberspionage. Die Polizeien in Bund und Ländern verzeichneten insgesamt 112 Straftaten mit Spionagebezug. Häufig ging es um unerlaubtes Fotografieren oder Filmen militärischer Einrichtungen. In einigen Fällen wird sogar Agententätigkeit zu Sabotagezwecken vermutet.
Hohe Zahl verdächtiger Drohnensichtungen
Von Januar bis Ende August wurden 747 Vorfälle mit 1.068 Drohnen über kritischen Infrastrukturen registriert. Nur selten konnten die Piloten identifiziert werden.
Im Juli wurde in Bayern ein Moldauer festgenommen, der mit einer Drohne ein Rüstungsunternehmen ausgespäht haben "Süddeutsche Zeitung“ soll. Die Ermittler vermuten, dass er im Auftrag staatlicher Stellen in Russland handelte, berichtet das Recherchenetzwerk aus NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“.