Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt gegen einen 105 Jahre alten ehemaligen Wachmann des NS-Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 VI K Senne. Ihm wird Beihilfe zum vielfachen Mord vorgeworfen. Die Ermittlungen wurden von der Zentralen Stelle in Ludwigsburg angestoßen.
Hintergrund und Lagerbedingungen
Das Stalag 326 bestand von 1941 bis 1945 in Nordrhein-Westfalen. Mehr als 300.000 Kriegsgefangene, vor allem sowjetische Soldaten, durchliefen das Lager. Die Schätzungen zur Zahl der Todesopfer liegen zwischen 15.000 und 70.000.
Die Gefangenen litten unter Hunger, Krankheiten und katastrophalen hygienischen Bedingungen. Mord und Beihilfe zum Mord verjähren in Deutschland nicht.
Ablauf der Ermittlungen
Ursprünglich wurde gegen zwei frühere Wachleute ermittelt. Einer der Beschuldigten ist inzwischen gestorben. Die Ermittlungen wurden im Februar an die Staatsanwaltschaft Dortmund abgegeben.