Seit dem 15. September steht ein Container neben der OsnabrückHalle. Für Manche mag er unscheinbar wirken, andere schauen interessiert, was es damit auf sich hat. Das Verweilen lohnt sich: Auf der kleinen Fläche findet sich eine Ausstellung, die unter die Haut geht. #StolenMemory erzählt Schicksale von KZ-Häftlingen anhand ihrer „Effekten“ – also persönlichen Gegenständen, die ihnen bei Inhaftierung abgenommen werden.
#StolenMemory ist eine Wanderausstellung
Noch bis zum 29. September kann die Ausstellung in Osnabrück umsonst besucht werden. Dann wird der Container zusammengepackt und wandert an den nächsten Ort irgendwo in Europa. Vier dieser Container sind so auf Wanderschaft und sollen in Deutschland und ganz Europa die Schicksale der KZ-Häftlinge sichtbar machen.
Initiative der Arolsen Archives
#StolenMemory ist eine Ausstellung der Arolsen Archives und gefördert vom Auswärtigen Amt. Die Arolsen Archives sind die größte Sammlung über Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus. Bis heute klären sie Schicksale und suchen nach Angehörigen, um ihnen Antworten zu geben und Effekten zurückzugeben.
Der Container vor der OsnabrückHalle zeigt die Arbeit der Arolsen Archives und thematisiert die Schicksale von KZ-Häftlingen. / Foto: Hannah Meiners
In der Container-Ausstellung #StolenMemory werden exemplarisch Effekten gezeigt, die ihren Weg nie zurück in den Familienbesitz gefunden haben, aber auch die Geschichte von Menschen, ihren Effekten und Angehörigen, die sie wiederbekommen haben. Die Effekten in den Arolsen Archives stammen hauptsächlich aus den Konzentrationslagern Neuengamme und Dachau.
Was sind Effekten?
Als Effekten bezeichneten die Nationalsozialisten die Gegenstände der Menschen, die sie in KZs inhaftierten. Dazu zählen Fotos, Schmuck, Eheringe, Uhren und andere persönliche Sachen. Seit 1963 haben die Arolsen Archives es sich zur Aufgabe gemacht, Überlebenden und Angehörigen ihre persönlichen Gegenstände zurückzugeben und die Einzelschicksale aufzuarbeiten.

Über einen QR-Code in der Ausstellung #StolenMemory können Besucherinnen und Besucher mehr über die Schicksale erfahren. / Foto: Hannah Meiners
Seit 2016 suchen Freiwillige mit der Ausstellung #StolenMemory nach Angehörigen. Noch über 2.000 Effekte sind im Archiv bewahrt, die ihren Weg zurück zu den Familien der Besitzer suchen.
Internetseite bietet viele Informationen und Einzelschicksale
Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich, doch auch der Besuch der Website. Hier teilt die Initiative interaktiv Einzelschicksale, die Geschichte hinter den Effekten, klärt über die Verbrechen der Nationalsozialisten auf und über die eigene Arbeit.
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