55 Prozent der Befragten fordern laut Umfrage seinen Rücktritt – nur 11 Prozent sind zufrieden.
Eine aktuelle Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag von RTL und ntv zeigt, dass eine Mehrheit der Bundesbürger den Rücktritt von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wünscht. Laut dem Trendbarometer sprechen sich 55 Prozent der Befragten für einen Rücktritt aus, während 40 Prozent für seinen Verbleib im Amt sind. Nur elf Prozent der Bürger sind mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden, wie die Welt berichtet. Besonders hoch ist der Wunsch nach einem Rücktritt unter AfD-Anhängern (89 Prozent) sowie in Ostdeutschland (68 Prozent). Auch Wähler der Linken (65 Prozent) und der SPD (43 Prozent) lehnen Merz mehrheitlich ab. Unter Unionswählern liegt die Zustimmung zu einem Rücktritt bei 21 Prozent, wie t-online und n-tv übereinstimmend melden.
AfD führt bei Vertrauensfrage vor Union
Die Umfrage offenbart zudem, dass eine deutliche Mehrheit von 54 Prozent der Befragten keiner Partei mehr zutraut, die Probleme Deutschlands zu lösen. Die AfD liegt bei dieser Frage mit 13 Prozent vor der Union (10 Prozent), den Grünen (8 Prozent) sowie SPD und Linken (jeweils 6 Prozent). In der Sonntagsfrage kommt die AfD unverändert auf 27 Prozent, die Union auf 20 Prozent. Die Grünen verlieren einen Punkt und liegen bei 17 Prozent, während SPD und Linke jeweils 12 Prozent erreichen. FDP und BSW würden demnach nicht in den Bundestag einziehen.
Umfrage mit 2504 Befragten durchgeführt
Die Umfrage wurde zwischen dem 15. und 21. September durchgeführt, wobei je nach Fragestellung zwischen 1004 und 2504 Menschen befragt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 bis 3,0 Prozentpunkten.
Merz unter Druck nach CDU-Niederlagen
Die aktuellen Zahlen bestätigen den wachsenden Druck auf Merz, der nach den jüngsten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin mit massiver Kritik konfrontiert ist. In Mecklenburg-Vorpommern verfehlte die CDU den Einzug in den Landtag, in Berlin wurde sie von der Linken als stärkste Kraft abgelöst.
Zwei Drittel machen Merz für CDU-Verluste verantwortlich
Forsa hat zudem nach den Gründen für den Wählerschwund der Union gefragt. 66 Prozent der Befragten machen Merz persönlich für die Verluste verantwortlich. Noch mehr (81 Prozent) kritisieren, dass die CDU sich nicht mehr um die Alltagssorgen der Menschen kümmere. 64 Prozent sehen den Bruch des Wahlkampfversprechens, keine neuen Schulden aufzunehmen, als Grund für die Stimmenverluste.
Unter den aktuellen Unionswählern wird der Rückgang der Zustimmung vor allem auf zu viele Kompromisse mit der SPD zurückgeführt (52 Prozent). Merz selbst argumentiert, seine Regierung habe geerbte Probleme aus der Vergangenheit zu lösen.