Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) bewertet die Enzyklika von Papst Leo XIV. zur Künstlichen Intelligenz als grundsätzlich positiv, sieht sie jedoch zwiespältig. Sie würde stärker die Chancen der Technologie betonen als die Risiken, betonte die CSU-Politikerin in einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
„Mut zu KI machen“ – Chancen und Risiken betonen
Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) erklärte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, KI könne gerade im Gesundheitsbereich enorme Fortschritte bringen, etwa bei der Früherkennung von Krankheiten oder der Entwicklung neuer Medikamente. „Ich möchte Mut zu KI machen, ohne die Risiken auszublenden“, so Bär. Es sei ein wichtiges Signal, wenn sich der Papst nicht nur mit der Vergangenheit, sondern auch mit den Zukunftsfragen unserer Zeit auseinandersetze. Der zentrale Satz der Enzyklika laute demnach, KI müsse dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. „Genau das ist der richtige Ansatz“, sagte Bär den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Papst Leo XIV. hatte sich laut Funke-Mediengruppe besorgt über die Macht globaler KI-Konzerne gezeigt und eine strengere Regulierung gefordert. Auf die Frage, ob sie die bestehenden KI-Regeln für ausreichend halte, sagte Bär den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, man wisse heute noch gar nicht, welche Möglichkeiten und Herausforderungen durch KI in den kommenden Jahren entstehen würden. Bei aller Begeisterung für technologische Innovationen dürfe man die Risiken nicht unterschätzen, und die Gesetzgebung müsse jeweils angepasst werden.
Arbeitswelt, Altersgrenzen und Verantwortung der Eltern
Die Sorge vor Jobverlust durch die Entwicklung von KI wollte Bär zerstreuen. Die Arbeitswelt habe sich immer gewandelt, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Entscheidend bleibe, die Ausbildung und den Beruf zu wählen, der Freude mache – und flexibel zu bleiben. „KI schafft auch neue Jobs“, sagte sie.
Zugleich zeigte Bär Sympathie für Altersgrenzen bei der Nutzung digitaler Angebote. Sie finde die Diskussion über Altersgrenzen für den digitalen Raum gut – ganz gleich, ob es um Computerspiele, Social Media oder Chatbots gehe, sagte sie laut Funke-Mediengruppe. Dass solche Grenzen nicht umgangen werden, sei aber zuallererst Aufgabe der Eltern.
Energieverbrauch der KI und Kernfusion im Blick
Bär mahnte nach Angaben der Funke-Mediengruppe die Entwicklung von KI-Systemen an, die weniger Energie verbrauchen. Man solle gezielter in die Forschung gehen, um energieeffiziente und ressourcenschonende KI-Systeme zu entwickeln, sagte sie. Zugleich rief sie dazu auf, verstärkt auf Kernfusion zu setzen. Sie habe die Ausschreibung für drei Forschungs-Hubs gestartet: Laserfusion, Magnetfusion und Materialforschung. Da sei weltweit sehr viel Geld unterwegs, und man könne vorne mit dabei sein, sagte Bär den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie prognostizierte, das erste kommerzielle Fusionskraftwerk werde „in den 2040er-Jahren“ ans Netz gehen.
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