Der mutmaßliche Täter der Amokfahrt in Leipzig soll seine Tat Wochen zuvor angedeutet haben.
Der mutmaßliche Täter der Amokfahrt in Leipzig, Jeffrey K., soll seine Tat bereits Wochen vor dem Geschehen angedeutet haben. Wie die ‚Zeit‘ und der ‚Spiegel‘ berichten, schrieb der 33-Jährige in einer Nachricht an seine getrennt lebende Ehefrau: ‚Ist schon lange kein Auto mehr in eine Menschenmenge gefahren‘. Ein Sprecher der Leipziger Polizei bestätigte, dass diese Nachricht der Behörde vorliege, jedoch erst am Abend der Tat bekannt geworden sei. Die Nachricht soll sich gegen Personen im Umfeld der Ehefrau gerichtet haben. Nachdem sich das Paar im Februar getrennt hatte, wandte sich die Frau im März an das Jugendamt. Im April erstattete sie mehrere Anzeigen gegen ihren Ehemann wegen Bedrohung, Verleumdung und Beleidigung.
Psychose und Morddrohungen vor der Tat
Jeffrey K. soll mindestens einmal gedroht haben, andere Mitglieder der Familie zu töten. Wie mehrere mit den Ermittlungen vertraute Personen gegenüber der ‚Zeit‘ sagten, leidet er an einer Psychose und habe selbst davon gesprochen, wahnhafte Stimmen zu hören. Nachdem er die Chatnachricht versandt hatte, begab sich Jeffrey K. am 17. April freiwillig in ein psychiatrisches Krankenhaus. Am 29. April verließ er die Klinik wieder. Noch am selben Abend kam es zu einem weiteren Polizeieinsatz bei der Ehefrau und dem gemeinsamen Kind. Weitere Maßnahmen, außer einem Hinweis an das Gesundheitsamt, gab es bis zur Tat am Montagabend aber offenbar nicht. Der Polizeisprecher gab an, man werde den ‚ganzen Einsatzverlauf‘ aufarbeiten, bislang lägen jedoch keine Hinweise auf Versäumnisse vor.
Tödlicher Amoklauf in Leipziger Fußgängerzone
Am Montagnachmittag war der Mann in der Leipziger Innenstadt durch eine belebte Fußgängerzone gefahren. Eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann starben, sechs weitere Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Lebensgefahr bestehe inzwischen nicht mehr, teilten Ermittler mit. Ein politischer oder religiöser Hintergrund sei nicht erkennbar. Der Beschuldigte wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.
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