In Melle sind in diesem Jahr außergewöhnlich viele Eichen vom Eichenprozessionsspinner befallen. Weil nicht mehr alle Nester zeitnah entfernt werden können, will die Stadt die Bekämpfung künftig nach dem jeweiligen Gesundheitsrisiko priorisieren.
Schulen und Spielplätze haben Vorrang
Das Amt für Umwelt und Klimaschutz der Stadt Melle verzeichnet nach eigenen Angaben ein so hohes Aufkommen des Eichenprozessionsspinners wie noch nie. Aufgrund der Vielzahl betroffener Bäume könnten nicht mehr alle Befallsstellen zeitnah beseitigt werden.
Die Stadt will die Einsätze zur Entfernung der Nester deshalb künftig stärker nach ihrer Dringlichkeit ordnen. Vorrang haben Orte, an denen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht. Dazu zählen insbesondere Schulen, Kindertagesstätten, Freibäder, Spielplätze, stark frequentierte Wege und öffentliche Plätze. Befallene Bäume in weniger stark genutzten Bereichen sollen dagegen nur noch nachrangig oder bei einem besonderen Bedarf behandelt werden.
Brennhaare können Beschwerden verursachen
Der Eichenprozessionsspinner ist eine Schmetterlingsart. Die feinen Brennhaare seiner Raupen können für Menschen gesundheitlich gefährlich werden. Die Haare können bei direktem Hautkontakt oder über die Luft übertragen werden. Mögliche Folgen sind Hautreizungen, Augenentzündungen und Beschwerden der Atemwege. Die Stadt rät deshalb dazu, befallene Bäume und abgesperrte Bereiche konsequent zu meiden. Nester sollten weder berührt noch eigenständig entfernt werden.
Befall kann online gemeldet werden
Auf ihrer Internetseite stellt die Stadt Melle Informationen zum Eichenprozessionsspinner und zum richtigen Verhalten bei einem Befall bereit. Dort finden Bürgerinnen und Bürger auch einen Informationsflyer. Zudem können vorhandene oder vermutete Befallsstellen im öffentlichen Raum über das städtische Meldeportal gemeldet werden. „Auf dem städtischen Meldeportal können alle wichtigen Informationen zu einem möglichen Befall eingegeben werden“, erklärt Klaus Lichy vom Amt für Umwelt und Klimaschutz.
Fachunternehmen saugen Nester ab
Die Entfernung der Nester auf öffentlichen Flächen übernehmen in Melle in der Regel spezialisierte Fachunternehmen. Die Gespinste werden abgesaugt und anschließend fachgerecht entsorgt. Eine vollständige Beseitigung aller Nester sei angesichts der hohen Zahl an Befallsstellen sowie der verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen nicht mehr möglich, teilt die Stadt mit. Die Bevölkerung müsse sich daher dauerhaft auf das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners einstellen.
Eigentümer auf Privatgrundstücken verantwortlich
Für befallene Bäume auf Privatgrundstücken sind die jeweiligen Grundstückseigentümer verantwortlich. Das Amt für Umwelt und Klimaschutz warnt jedoch ausdrücklich davor, die Nester selbst zu entfernen. In der Vergangenheit sei es bei solchen Versuchen wiederholt zu gesundheitlichen Komplikationen und teilweise auch zu Personenschäden gekommen. Die Entfernung sollte daher ausschließlich von qualifizierten Fachunternehmen vorgenommen werden.
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