Ex-Trigema-Chef warnt vor Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen
Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin mit 25,7 Prozent der Stimmen hat der ehemalige Trigema-Chef Wolfgang Grupp die Pläne der Partei zur Vergesellschaftung von Wohnungen scharf kritisiert. „Wohnungsunternehmen einfach zu enteignen, kann nicht sein“, sagte der 84-Jährige der „Bild“-Zeitung, wie der Focus und finanzen.net berichten. In einer Marktwirtschaft sei es nicht vertretbar, Unternehmen nur wegen ihres Erfolgs zu enteignen. Gleichzeitig forderte Grupp mehr Verantwortung und Haftung bei großen Wohnungsgesellschaften. Diese müssten für ihr Handeln einstehen, und die Mieten dürften nicht grenzenlos steigen, so der Unternehmer weiter. Gerechtigkeit im Wohnungsbau sei unverzichtbar.
Linke will Wohnungen vergesellschaften
Spitzenkandidatin Elif Eralp von der Linken will in möglichen Koalitionsverhandlungen die Vergesellschaftung von Wohnungen großer Konzerne gegen Entschädigung vorantreiben. Dies berichten sowohl der Focus als auch die Frankfurter Rundschau. Eralp beruft sich dabei auf den Volksentscheid von 2021, der eine solche Maßnahme forderte. Die Immobilien- und Bauwirtschaft reagierte alarmiert auf die Pläne. Dirk Salewski, Präsident des Immobilienverbandes BFW, warnte vor einem Kapitalabfluss aus Berlin, wie die Frankfurter Rundschau schreibt. Investitionen würden stattdessen in andere europäische Städte wie Warschau fließen. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes HDB, kritisierte, dass Entschädigungssummen für Vergesellschaftungen Geld binden, das für den Neubau fehle. Vonovia-Chef Luka Mucic ergänzte in der „Bild“, dass Vergesellschaftungen keine neuen Wohnungen schaffen würden.
Wirtschaft warnt vor Kapitalabfluss aus Berlin
Auf Bundesebene formiert sich Widerstand gegen die Berliner Pläne. CSU-Generalsekretär Martin Huber bezeichnete die Vorhaben der Linken in den Funke-Zeitungen als „sozialistisches Himmelfahrtskommando“, das private Investitionen abschrecke. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, ein Bundesgesetz voranzutreiben, das Immobilien-Enteignungen ausschließt, um Eigentum zu schützen. Ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung liegt laut AFP-Informationen jedoch noch nicht vor. Während die Debatte um die Vergesellschaftung läuft, wächst in der Wirtschaft die Ungeduld über politische Blockaden. BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner forderte in der „Bild“ Reformen, um radikale Kräfte nicht zu stärken.