Russland könnte in den kommenden Wochen eine großangelegte Angriffskampagne gegen die Energieinfrastruktur in Kiew starten. Das geht aus einer Analyse der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) hervor, die sich auf US-Geheimdienste beruft. Demnach soll vor dem ukrainischen Unabhängigkeitstag am 24. August ein "bedeutenden Schlag" vorbereitet werden.
Strategische Ziele und bisherige Angriffe
Laut ISW könnte Russland auf seine strategische Reserve an ballistischen Raketen zurückgreifen, um maximalen Schaden anzurichten. Bereits im Herbst 2025 und Winter 2025/2026 hatte Russland eine Angriffskampagne gegen die ukrainische Energieinfrastruktur begonnen. Es wird vermutet, dass die neue Kampagne für 2026/2027 bereits im August starten könnte, um von den anhaltenden Engpässen der Ukraine bei Abfangraketen zu profitieren.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt betont, dass die Ukraine derzeit fast dreimal weniger Abfangraketen erhalte als zu Beginn des Jahres 2026. In den letzten Monaten nutzte Russland die unzureichenden Bestände aus und konnte mit relativ wenigen Raketen erheblichen Schaden anrichten.
Eine neue Angriffswelle könnte die ukrainischen Bemühungen zur Reparatur und Stärkung der beschädigten Anlagen erheblich stören. Die Ukraine arbeitet daran, die im Winter 2025/2026 beschädigte Infrastruktur zu reparieren und zu verstärken, um sich auf die erwarteten Angriffe im Winter 2026/2027 vorzubereiten. Russland könnte seine Angriffe daher früher als erwartet beginnen, um diese Vorbereitungen zu unterbrechen. Es ist unklar, wie viele Energieanlagen die Ukraine seit dem letzten Winter reparieren konnte.