Spanien, Frankreich und Italien kämpfen gegen verheerende Feuer. Evakuierungen und Tote.
In Südeuropa wüten seit Wochen verheerende Waldbrände, die durch anhaltende Hitze und Trockenheit begünstigt werden. Besonders betroffen ist Spanien, wo ein Großfeuer nordöstlich von Madrid bereits rund 32.000 Hektar Land zerstört hat, wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Behördenangaben berichtet. Damit handelt es sich um einen der größten Brände in der jüngeren Geschichte des Landes. Die Einsatzkräfte zeigen sich vorsichtig optimistisch, den Brand in den kommenden Tagen unter Kontrolle zu bringen, warnen jedoch vor möglichen Verschärfungen durch stärkere Winde. In der Region Kastilien-La Mancha wurden insgesamt 34 Ortschaften evakuiert, rund 1.200 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Der Brand soll durch landwirtschaftliche Arbeiten ausgelöst worden sein. Daten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zeigen, dass in Spanien seit Jahresbeginn bereits rund 123.000 Hektar verbrannt sind – fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Die Tagesschau bestätigt, dass allein in der Region um Madrid eine Fläche von fast der Größe Bremens betroffen ist.
Frankreich evakuiert 10.000 Touristen vor Waldbränden
Auch in Frankreich eskaliert die Lage. In der Atlantikregion bei Bordeaux wurden nach Angaben des ADAC rund 10.000 Touristen evakuiert, darunter Gäste von acht Ferienzentren und drei Campingplätzen. Ein Großfeuer hat sich dort bereits auf 2.000 Hektar ausgebreitet und bewegt sich in Richtung der Orte Le Porge und Lège Cap-Ferret. Die Präfektur des Départements Gironde warnt vor der höchsten Waldbrandwarnstufe Rot. Zudem starben bei einem Brand nahe des Flughafens Bordeaux zwei Feuerwehrleute, als ihr Löschfahrzeug von den Flammen eingeschlossen wurde, wie die Tagesschau meldet. Im Département Var kämpfen 1.100 Einsatzkräfte gegen ein Feuer, das sich auf 2.500 Hektar ausgedehnt hat. Hier wurden vier Häuser zerstört und rund 50 weitere beschädigt.
Scirocco treibt Waldbrände in Italien voran
In Italien verschärft der heiße Wüstenwind Scirocco die Lage auf Sizilien. Die Temperaturen erreichen dort bis zu 46,2 Grad, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. In der Gemeinde Santo Stefano Quisquina wurden mehr als 100 Menschen evakuiert, da die Flammen zu nahe an die Ortschaft heranreichten. Auch Sardinien ist von Waldbränden betroffen. Die Rettungsdienste warnen vor der rasanten Ausbreitung der Feuer, die durch die extremen Wetterbedingungen begünstigt werden.