Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Günter Krings (CDU) hat die Wiederwahl von Jens Spahn (CDU) als Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag als Signal der Stabilität gewertet. Zugleich forderte er, im Verhältnis zur SPD deutlicher aufzutreten und innerhalb der Koalition stärker auf Sparsamkeit zu drängen.
Krings lobt Stabilität und mahnt mehr Deutlichkeit an
Günter Krings (CDU) begrüßte im TV-Sender „Welt“ die Entscheidung der Unionsfraktion: Die Wiederwahl von Jens Spahn zeige, dass die Fraktion sehr viel Wert auf Stabilität lege – nicht, weil sie den Ernst der Lage nicht erkenne, sondern weil sie ihn gerade erkenne und gerade jetzt eine stabile, größte Bundestagsfraktion brauche, so Krings. Er betonte zugleich die besondere Verantwortung der Union innerhalb der Regierung: „Wir sind sicherlich nicht alleine, aber vielleicht in erster Linie für die Stabilität auch dieser Regierung verantwortlich“, sagte er „Welt“ am Dienstag.
Auf die Erwartungshaltung in seinem Wahlkreis ging Krings mit einem anschaulichen Bild ein. „Und es gibt einen schönen Satz, den ich auch manchmal im Wahlkreis höre: `Ihr müsst mal da richtig mit der Faust auf den Tisch hauen.`“, berichtete er „Welt“. Seine Antwort darauf sei stets gewesen, dass davon im Zweifelsfall nicht einmal der Tisch beeindruckt sei, sondern man Ergebnisse liefern müsse.
Krings erläuterte, dies erreiche man nicht, indem man den politischen Gegner öffentlich „anzähle“. Natürlich gebe es dazu Anlass und es jucke einen auch manchmal, auch ihn, aber meistens schlucke man das herunter, weil man ein gutes Ergebnis wolle. „Und dann müssen wir noch in internen Gesprächen, glaube ich, nochmal die Deutlichkeit erhöhen.“ Das wisse nicht nur der Kanzler, sondern „das weiß die Fraktionsführung genauso“, sagte Krings „Welt“.
Umfragewerte, Projekttempo und Sparappelle
Mit Blick auf die schlechten Umfragewerte von Jens Spahn zeigte sich Krings im Gespräch mit „Welt“ gelassen. Niemanden erfreue es, wenn er als unbeliebt gelte. „Aber abgerechnet wird am Schluss.“
Wichtiger sei ihm, dass die Union nun bei den Projekten wieder stärker vorankomme, so Krings gegenüber „Welt“. Man habe am Anfang, in den ersten Monaten dieser Regierung, sehr, sehr viel geliefert. „Und dann ist das Tempo vielleicht ein bisschen langsamer geworden. Da müssen wir jetzt wieder in dieses alte Tempo zurückkehren“, forderte Krings.
Forderungen an SPD und Finanzminister Klingbeil
Nach Ansicht von Krings muss die Fraktionsführung um Jens Spahn gegenüber der SPD deutlicher auftreten. Dabei müsse sie auch auf Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) einwirken. „Ein Finanzminister muss wissen, dass sein Amt verlangt, dass man auch sparen kann und auch den Willen hat zum Sparen und vor allem bei konsumtiven Ausgaben. Und da darf auch kein Haus, auch kein SPD-Haus verschont werden.“ Diese Positionen seien das, was die Menschen von der Union erwarteten und was geliefert werden müsse. „Das könne man gerne als Handschrift der Union bezeichnen“, sagte Krings dem Sender „Welt“.
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