Angesichts der aktuellen Hitzewelle fordert der Deutsche Tierschutzbund einen befristeten Stopp von Tiertransporten. Die Organisation warnt vor erheblichen Tierschutzrisiken und dringt auf kurzfristige Einschränkungen sowie langfristige Reformen im Umgang mit Lebendtiertransporten.
Tierschutzbund fordert Stopp von Transporten bei Hitze
Der Deutsche Tierschutzbund fordert angesichts der hohen Temperaturen ein sofortiges Aussetzen von Tiertransporten. „Wir appellieren an die Bundesregierung und die Bundesländer sowie an die Veterinärämter, Transportunternehmen und Landwirte, bei dieser extremen Hitze
Tiertransporte auszusetzen“, sagte Thomas Schröder, Präsident der Tierschutz-Dachorganisation, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben). Zumindest sollten Fahrten mit Tieren auf den späten Abend oder frühen Morgen verlegt werden.
Schröder verwies auf die körperliche Belastung für die Tiere: Der Körper eines erwachsenen Rindes müsse bei den hohen Temperaturen gegensteuern, etwa durch Schwitzen. „Tiertransporte bei Hitze werden deshalb schnell zur Qual für die Tiere und sind mit erheblichen Tierschutzrisiken verbunden“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Zugleich fehle es bei Transporten häufig an Wasser, an Platz und an Pausen.
Langfristige Forderungen des Tierschutzbundes
Langfristig dringt der Deutsche Tierschutzbund auf weitergehende gesetzliche Regelungen. „Wir fordern von der Bundesregierung mindestens ein Verbot von Langstreckentransporten in Staaten außerhalb der EU“, so Schröder gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Insgesamt seien Maßnahmen nötig, um Tiertransporte möglichst zu vermeiden. Nach Ansicht des Tierschutzbundes könne dies etwa durch hofnahe Schlachtungen oder die Erhaltung kleinerer Betriebe erreicht werden.
Hintergrund: Gründe für Lebendtiertransporte
Nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft bestehen zwei Hauptgründe für Lebendtiertransporte. Zum einen gibt es demnach in vielen europäischen Ländern eine große Zahl ausgezeichneter Zuchttiere, die anderswo auf der Welt zum Aufbau neuer Herden sehr gefragt seien. Ein Großteil der Tiere, insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen, werde jedoch im Bestimmungsland geschlachtet. Hier gelte, dass der Transport von lebenden Tieren in der Regel billiger sei als der Transport von Fleisch in speziellen Kühltransportern, so das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft.
