Flutkatastrophe in Nepal und Tibet: Rettungskräfte suchen nach Überlebenden
Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Allein in Nepal gibt die Polizei aktuell 1.007 Tote an, wie die tagesschau berichtet. Auf der tibetischen Seite wurden laut chinesischen Angaben 16 Opfer registriert. Die Gesamtzahl der Vermissten beläuft sich auf fast 5.000, darunter Hunderte Arbeiter, die in den Tunneln von Wasserkraftwerken eingeschlossen sein könnten.
Schwerstarbeit unter Schuttmassen in Nepal
Die nepalesische Armee und internationale Hilfskräfte arbeiten unter schwierigen Bedingungen, um die Tunnel freizulegen und Überlebende zu bergen. Bisher konnten nur wenige Leichen geborgen werden, da die enormen Schuttmassen die Rettungsarbeiten behindern. Der Merkur berichtet von mindestens 931 Toten in Nepal und 3.925 Vermissten, wobei die Zahlen je nach Quelle variieren. In Tibet gelten knapp 550 Menschen als vermisst, wie die tagesschau weiter mitteilt.
Seuchen drohen durch verwesende Leichen
Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz und Caritas warnen vor katastrophalen hygienischen Bedingungen im Katastrophengebiet. Verwesende Leichen und tierische Überreste bergen ein hohes Gesundheitsrisiko, insbesondere für den Ausbruch von Krankheiten wie Cholera oder Dengue-Fieber. In Nepal wurden bereits erste Opfer in Massengräbern beigesetzt, was lokal auf Kritik stößt, da dies gegen hinduistische Traditionen verstößt. Die Behörden sichern jedoch DNA-Proben und Fotos, um eine spätere Identifizierung zu ermöglichen.
Neue Seen und Zensur behindern Rettung
Die Suche nach Vermissten wird zudem durch neu entstandene Seen, Erdrutsche und anhaltende Flutwarnungen erschwert. Chinesische Medien berichten von einem neu gebildeten See flussaufwärts des Grenzübergangs Gyirong, der die Rettungsarbeiten behindert. Während die nepalesischen Behörden die Bergung von Opfern und die Suche nach Überlebenden fortsetzen, bleibt die Informationslage aus Tibet unklar. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch kritisieren, dass Journalisten der Zutritt zum Katastrophengebiet verwehrt wird und Interviews mit Betroffenen untersagt sind.