Der Bundestagsabgeordnete Ferat Kocak (Linke) lässt seine politischen Funktionen vorerst ruhen. Fraktionschef Sören Pellmann bestätigte den Schritt in Berlin. Kocak wird zunächst nicht mehr an Sitzungen des Bundestags-Innenausschusses teilnehmen.
Hintergrund: Chat-Nachrichten mit Clan-Oberhaupt
"Ferat Kocak hat uns mitgeteilt, dass er sich bis auf Weiteres, bis volle Transparenz hergestellt ist, zurückziehen wird“, sagte Linken-Fraktionschef Sören Pellmann in Berlin. „Das warten wir ab“, bevor man über Konsequenzen „im Nachgang miteinander solidarisch“ sprechen werde.
Auslöser sind veröffentlichte Chat-Nachrichten. Darin schickte Kocak offenbar "Grüße mit Respekt" an Clan-Oberhaupt Issa Remmo. Zudem bat er dessen Sohn, ein Video seiner Bundestagsrede zu verbreiten. Issa Remmo war wohl auf der Wahlparty der Neuköllner Linken aufgetaucht.
Parteireaktion und öffentliche Entschuldigung
Die Parteiführung betonte, Remmo sei nicht eingeladen gewesen und man habe ihn nach dem Erkennen sofort zum Gehen aufgefordert.
Kocak entschuldigte sich öffentlich. Die Berichte hätten die Öffentlichkeit zu Recht verunsichert. "Kontakte von Mandatsträgern zu Personen, die der organisierten Kriminalität zugerechnet werden, sind durch nichts zu rechtfertigen", so Kocak.
Kocaks Erklärung zu den Kontakten
Er kommuniziere jede Woche über soziale Medien mit Hunderten Menschen aus Neukölln und habe mit ihm geschrieben, "wie mit jedem anderen Neuköllner auch" und seinen Vater "mit Höflichkeit zurückgegrüßt". Zu diesem Zeitpunkt habe er keine Kenntnis davon gehabt, um wen es sich handelt, so Kocak.
Als Person des öffentlichen Lebens trage er besondere Verantwortung. "Ich werde mir jetzt die Zeit nehmen, um jeden Zweifel auszuräumen und in Absprache mit meinem Team mein Kommunikationsverhalten aufzuarbeiten und volle Transparenz herzustellen", kündigte Kocak an.