Golfballgroßer Hagel und Starkregen verursachen Schäden, DWD warnt vor weiteren Gewittern.
In weiten Teilen Deutschlands haben schwere Unwetter am Montagabend und in der Nacht zu Dienstag massive Schäden verursacht. Golfballgroße Hagelkörner zertrümmerten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein Autofenster, schlugen Dellen in Karosserien und beschädigten Dächer, wie die Tagesschau und der Tagesspiegel berichten. In Heidenau (Landkreis Harburg) sei der Hagel so stark gewesen, dass er nach zwei Stunden mit Radladern von Straßen geräumt werden musste, so die Leitstelle Westmecklenburg. Eine Anwohnerin beschrieb die Situation als „Chaos“ und betonte, so etwas noch nie erlebt zu haben. Auch in der Region Hannover musste die Feuerwehr gut 1.000 Mal ausrücken, da Straßen unter Wasser standen und Keller volliefen. Der Flughafen Hannover-Langenhagen stellte die Abfertigung für rund eine Stunde ein, wie ein Sprecher mitteilte. In Ostwestfalen-Lippe rückten die Einsatzkräfte zu 115 Einsätzen aus, in Bielefeld löste ein Blitzeinschlag einen Dachstuhlbrand aus.
DWD warnt vor extremen Unwettern in Deutschland
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt weiterhin vor kräftigen Gewittern mit Starkregen, Sturm und Hagel, besonders in der Mitte und im Süden Deutschlands. Vereinzelt seien extreme Starkregenfälle, Hagelschlag und schwere Sturmböen möglich, wie die Hessenschau und die Zeit berichten. Die Windgeschwindigkeiten könnten dabei bis zu 90 km/h erreichen, Hagelkörner bis zu drei Zentimeter Durchmesser aufweisen. Zudem wird im Westen und Südwesten vor „starker Wärmebelastung“ gewarnt, mit Temperaturen von bis zu 35 Grad.
Unterführung in Elmshorn nach Gewittern überflutet
In Schleswig-Holstein wurden nach nächtlichen Gewittern ein Pkw und ein Polizeiwagen in einer Unterführung in Elmshorn von Wasser umschlossen, wie die Zeit unter Berufung auf die dpa meldet. Auch hier kam es zu Überflutungen und Sachschäden.
Hitze und Gewitter belasten dicht bebaute Städte
Die Warnungen des DWD gelten für den gesamten Dienstag, wobei in einigen Regionen bereits der zweite Tag in Folge mit starker Hitze und Gewittergefahr zu verzeichnen ist. Besonders in dicht bebauten Stadtgebieten wie Frankfurt am Main, Offenbach oder Wiesbaden wird eine zusätzliche Belastung durch verringerte nächtliche Abkühlung erwartet.
Niedersachsen: Hunderte Einsätze nach Unwettern
Die Einsatzkräfte in Niedersachsen verzeichneten allein am Montagabend zwischen 21 und 1 Uhr rund 250 Notrufe, die Feuerwehr rückte etwa 600 Mal aus. Die genauen Sachschäden und Verletztenzahlen sind noch nicht vollständig erfasst.
