Mitten im Kommunalwahlkampf sorgt ein Kommentar auf dem Instagram-Kanal der HASEPOST für Entsetzen. Ein Mann kündigte dort an, AfD-Oberbürgermeisterkandidat Thorsten Wassermann bei der nächsten Begegnung auf der Großen Straße „spontan eliminieren“ zu wollen. Nach Recherchen der HASEPOST wurde die Aussage, die als Morddrohung verstanden werden kann, vom Instagram-Account eines ehemaligen Politikers der Grünen aus dem Landkreis Osnabrück verschickt.
*Update: Wir haben ein „Ex-“ zum Grünen-Politiker hinzugefügt, denn weitere Recherchen haben ergeben, dass sich der Verfasser des gegen die AfD gerichteten Instagram-Postings, und eines weiteren gegen Bundeskanzler Friedrich Merz gerichteten Postings, inzwischen von den Grünen verabschiedet hat und nach einem Intermezzo beim Bund Osnabrücker Bürger (BOB) nach eigenen Angaben seine politische Heimat inzwischen bei der Wagenknecht-Partei BSW sieht.
Mehr dazu in einem weiteren aktuellen Artikel über die Ermittlungen des Staatsschutzes und eine unerwartete Rückmeldung via Instagram.
Screenshots aus dem Kommentarbereich des Instagram-Accounts der HASEPOST belegen, dass am Sonntagabend folgender Kommentar veröffentlicht wurde:
„Bei dr nächsten Begehung auf der Großen Straße werde ich Torsten Wassermann spontan eliminieren, damit Osnabrück ein »braunes Problem« weniger hat. Das gilt für alle AfDler in der Stadt übrigens auch 😉“
(Die Schreibfehler wurden unverändert übernommen.)
Der Kommentar erschien unter dem Instagram-Teaser zu einem Artikel über die Ankündigung der Gruppierung „Den Rechten die Räume nehmen“, erneut gegen Treffen der AfD in der Johannisbierstube protestieren zu wollen.
Account eines ehemals* kommunalpolitisch aktiven Grünen
Der Klarname des Instagram-Accounts, über den der Kommentar veröffentlicht wurde, konnte von der HASEPOST ermittelt werden. Er gehört einem ehemaligen* Grünen-Mitglied aus dem Landkreis Osnabrück, das in den vergangenen Jahren vor allem kommunalpolitisch aktiv war und sich zwischenzeitlich auch um eine Kandidatur für ein Landtagsmandat seiner Partei beworben hatte.
Kommentar verschwand noch in derselben Nacht
Auch wenn der Verfasser seinen Beitrag mit einem Zwinker-Smiley 😉 versah, dürfte die Aussage in ihrer Schärfe kaum misszuverstehen sein. Ob der Kommentar vom Verfasser selbst gelöscht wurde oder ob andere Nutzer beziehungsweise der Meta-Algorithmus eingeschritten sind, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.
Am vergangenen Sonntag (2. August 2026) wurde dieser Beitrag ungefähr gegen 21 Uhr bei Instagram veröffentlicht / Screenshot: Instagram
Als ein Mitarbeiter der HASEPOST den Kommentar kurz vor 23 Uhr im Moderationsbereich entdeckte und löschen wollte, war er bereits wieder verschwunden.
AfD-Kandidat erstattet Strafanzeige
Während der Inhaber des Instagram-Accounts auf eine Anfrage der HASEPOST bislang nicht reagierte, erklärte AfD-Oberbürgermeisterkandidat Thorsten Wassermann, den Vorfall bereits am Montagmorgen bei der Polizei angezeigt zu haben.
Nach seinen Angaben kenne er den mutmaßlichen Verfasser aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben in Osnabrück bereits seit längerer Zeit.
In einer ausführlichen Stellungnahme gegenüber der HASEPOST erklärte Wassermann, ihn erschüttere, dass die politische Auseinandersetzung inzwischen ein Niveau erreicht habe, auf dem offen über die Tötung politischer Gegner gesprochen werde. Er lasse sich durch solche Äußerungen nicht einschüchtern, sehe darin jedoch einen Angriff auf die demokratische Debattenkultur.
Unabhängig davon, welcher Partei jemand angehört, dürfen Drohungen und Gewalt niemals zu einem Mittel der politischen Auseinandersetzung werden.
Zugleich betonte der AfD-Politiker ausdrücklich, aus dem Kommentar keine Rückschlüsse auf die Partei ziehen zu wollen, für die der mutmaßliche Verfasser früher kandidiert habe. Solche Äußerungen seien ausschließlich demjenigen zuzurechnen, der sie verfasst habe – nicht einer gesamten Partei oder deren Mitgliedern.
Wassermann erinnerte in diesem Zusammenhang auch an einen früheren Antrag seiner Partei für eine gemeinsame Erklärung gegen politische Gewalt im Osnabrücker Stadtrat. Dieser sei damals von den übrigen Ratsfraktionen abgelehnt worden. Er hoffe, dass der aktuelle Vorfall dazu beitrage, Gewalt und Bedrohungen künftig unabhängig von der politischen Richtung des Betroffenen gleichermaßen zu verurteilen.
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