Samsung verhindert Streik durch hohe Boni für Halbleiter-Mitarbeiter.
Samsung Electronics hat einen geplanten Streik in letzter Minute abgewendet, indem es sich mit der Gewerkschaft auf ein umfangreiches Lohnpaket einigte. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Mitarbeiter der Halbleitersparte Device Solutions einen Sonderbonus erhalten. Dieser Bonus wird aus den Rekordgewinnen des Unternehmens finanziert, die durch die hohe Nachfrage nach KI-Hardware entstanden sind, wie die Berliner Zeitung berichtet. Die Einigung betrifft etwa 48.000 Mitarbeiter, was knapp 40 Prozent der koreanischen Belegschaft entspricht. Der größte Arbeitskampf in der Geschichte des Unternehmens konnte damit verhindert werden, wie der Korea Herald berichtet.
Bonuszahlungen in Aktien gebunden an Gewinne
Die vorläufige Vereinbarung muss jedoch noch von den Gewerkschaftsmitgliedern bestätigt werden. Ein zentraler Punkt der Einigung ist die Ausschüttung von 10,5 Prozent eines gemeinsam definierten Geschäftsergebnisses als Bonus. Die bisherige Deckelung auf 50 Prozent des Jahresgehalts entfällt, und die Prämie wird über zehn Jahre vollständig in Unternehmensaktien ausgezahlt, gebunden an bestimmte Gewinnziele. Laut Unternehmensangaben sollen die Boni 2026 im Schnitt rund 509 Millionen Won (etwa 291.000 Euro) pro Person betragen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.
Samsung erhöht Prämien nach Gewerkschaftsdruck
Beschäftigte im Speicherchipgeschäft könnten sogar bis zu 600 Millionen Won vor Steuern erhalten. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich gefordert, 15 Prozent des operativen Gewinns für Boni bereitzustellen. Auslöser des Konflikts war der Vergleich mit dem Konkurrenten SK Hynix, der im September 2025 seine Bonusobergrenze abgeschafft und einen Anteil von 10 Prozent des operativen Gewinns für Mitarbeiterprämien festgelegt hatte. Samsung erklärte in einer Stellungnahme, die Einigung sei „später gekommen als erwartet“ und man wolle künftig „eine reifere und konstruktivere Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern aufbauen“. Der südkoreanische Premierminister Kim Min-seok hatte vor „tiefen Narben für die nationale Wirtschaft“ gewarnt, da Samsung für mehr als zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes steht.
Samsung-Deal könnte Lohnmodell für ganz Korea werden
Analysten warnen, dass das Modell zum Maßstab für weitere Branchen werden könnte. Die Gewerkschaften von Hyundai Motor und Kia fordern bereits ähnliche Boni. Die Korea Enterprises Federation kritisierte jedoch, dass die Einigung „die besondere Situation von Samsung Electronics“ widerspiegele und nicht als allgemeines Vorbild dienen dürfe. Wirtschaftsprofessor Kim Dae-jong warnte vor einer Verschärfung der Lohnungleichheit und den finanziellen Folgen für kleine und mittlere Unternehmen.
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