Neben der Option im Volkswagenwerk Osnabrück zukünftig Panzer oder Teile eines israelischen Raketenabwehrsystems zu produzieren, wurde und wird auch immer wieder die „China-Option“ diskutiert. Ein aufstrebender chinesischer Herstelller könnte doch das ehemalige Karmann-Werk übernehmen und hier produzieren, was aus dem Heimatland nur mit hohen Zöllen und Transportkosten auf den europäischen Markt zu bringen ist.
Ein heißer Kandidat, noch dazu mit Beteiligung aus dem VW-Konzern: Xpeng aus dem südchinesischen Guangzhou. Das Manager Magazin berichtet, dass Xpeng-Vizepräsident Brian Gu sich von derartigen Plänen jüngst deutlich distanzierte.
Für das Volkswagen-Werk Osnabrück kommt die Klarstellung zu einem Zeitpunkt, an dem die Unsicherheit über die Zukunft des Standorts weiterhin groß ist. Seit Monaten wird darüber diskutiert, wie es nach dem Auslaufen der Produktion des T-Roc Cabriolet weitergehen soll. Aktuell am heissesten diskutiert: Die mögliche Übernahme des Werks im Fledder duch einen Rüstungskonzern aus Israel.
Xpeng-Manager widerspricht Berichten
Auslöser der jüngsten Diskussion um eine mögliche China-Option für Osnabrück war ein Bericht der „Financial Times“. Demnach sollte Xpeng mit Volkswagen über die Übernahme eines nicht genauer genannten Werks in Europa sprechen. Die Meldung sorgte auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil Volkswagen bereits mit dem chinesischen Hersteller kooperiert und mit fünf Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist.
Bei einer Veranstaltung in London widersprach Xpeng-Vizepräsident Brian Gu dieser Darstellung nun allerdings deutlich. Auf die Aussage eines Kollegen angesprochen, der zuvor Gespräche über einen möglichen Standort in Europa erwähnt hatte, erklärte Gu: „Ich weiß nicht, woher er diese Information hat. Ich würde nicht sagen, dass das zutrifft.“
Gleichzeitig machte der Manager deutlich, dass Xpeng seine Aktivitäten in Europa ausbauen wolle. Das Unternehmen prüfe verschiedene Möglichkeiten für eine stärkere lokale Produktion und beobachte sowohl bestehende Fabriken als auch mögliche Neubauprojekte.
Volkswagen hat Überkapazitäten aber dementiert Gespräche mit Chinesen
Auch Volkswagen-Chef Oliver Blume hatte zuletzt erklärt, dass es keine Gespräche mit chinesischen Herstellern über den Verkauf eines VW-Werkes gebe. Gleichzeitig räumte der Konzernchef ein, dass Volkswagen weiterhin mit Überkapazitäten zu kämpfen habe und diese reduzieren müsse.
Kooperation zwischen VW und Xpeng bleibt bestehen
Unabhängig von der Diskussion um mögliche Produktionsstandorte arbeiten Volkswagen und Xpeng weiterhin eng zusammen. Volkswagen hält eine Beteiligung an dem chinesischen Unternehmen und nutzt dessen Technologieplattform für neue Fahrzeugprojekte auf dem chinesischen Markt.
Xpeng wiederum signalisiert Offenheit für eine Ausweitung dieser Zusammenarbeit auch außerhalb Chinas. Unternehmensvertreter betonen jedoch, dass man sich bei der Suche nach Produktionsmöglichkeiten in Europa nicht auf Volkswagen beschränken wolle.
Ist Osnabrück als Standort zu teuer für Xpeng?
„Wann immer jemand etwas zu zeigen oder zu verkaufen hat, kommt er auf uns zu“, erklärte Brian Gu in London. Man prüfe entsprechende Angebote, entscheide jedoch strikt nach wirtschaftlichen Kriterien. Zu teure oder ungünstig gelegene Standorte würden sofort aussortiert.
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