Wütende Angehörige stecken Ebola-Klinik im Kongo in Brand. Die Lage spitzt sich zu.
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat sich die Lage aufgrund des Ebola-Ausbruchs weiter zugespitzt. Im Streit um die Leiche eines Ebola-Toten ist ein Behandlungszentrum in Brand gesetzt worden. Die Familie des Verstorbenen wollte die Leiche für eine traditionelle Bestattung abholen, doch die Ärzte verweigerten dies aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr. Wie der Spiegel berichtet, kam es daraufhin zu Tumulten, bei denen Steine geworfen wurden und schließlich zwei Behandlungszelte in Rwampara in der Provinz Ituri niederbrannten. Vier Patienten konnten sich retten, während eine Leiche in den Flammen verbrannte.
Späte Polizei verhindert Ebola-Ausbreitung nicht
Die Polizei traf zu spät ein, um die Ausschreitungen zu verhindern. Die Leiche eines an Ebola Verstorbenen ist hoch ansteckend und muss nach strengen Regeln bestattet werden, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. In der Region ist es jedoch üblich, die Toten zu waschen und zu berühren, was die Gefahr der Weiterverbreitung des Virus erhöht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegt, als die offiziellen Zahlen vermuten lassen. Bisher gibt es fast 600 Verdachtsfälle und mehr als 130 vermutete Todesfälle, wie die Zeit berichtet.
WHO ruft Notstand aus ohne Impfstoff und Therapie
Die WHO hat einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, da sich das Virus weiter ausbreitet und die Lage als besorgniserregend eingestuft wird. Der aktuelle Ebola-Ausbruch wird durch den seltenen Bundibugyo-Typ des Virus verursacht, für den es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie gibt. Dies erschwert die Eindämmung des Ausbruchs zusätzlich. Im Nachbarland Uganda sind bisher zwei Fälle von Ebola-Infektionen bekannt geworden, die von Reisenden aus dem Kongo eingeschleppt wurden. Die ugandische Regierung hat als Vorsichtsmaßnahme alle Flüge in den Kongo eingestellt, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Konflikte und Armut befeuern Ebola-Krise
Die gewaltsamen Konflikte in der Region und die schlechte medizinische Infrastruktur erschweren die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs. Experten gehen davon aus, dass das Virus bereits seit einigen Monaten unentdeckt zirkuliert, bevor es identifiziert wurde. Die aktuelle Situation erinnert an die verheerende Ebola-Epidemie in Westafrika in den Jahren 2014 und 2015, bei der mehr als 11.000 Menschen starben. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, den Ausbruch einzudämmen und die Bevölkerung vor weiteren Infektionen zu schützen.
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