Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS plant den Aufbau von zwei zusätzlichen Produktionsstätten in Deutschland und bereitet einen deutlichen Produktionshochlauf vor. Deutschlandchef Florian Hohenwarter kündigte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an, dass sich sowohl die Zahl der gefertigten Kampf- und Schützenpanzer als auch die Belegschaft von KNDS Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts massiv erhöhen sollen.
Neue Standorte in Planung
Der deutsch-französische Panzerkonzern KNDS will seine Präsenz in Deutschland deutlich ausbauen. Der Deutschlandchef des Unternehmens, Florian Hohenwarter, kündigte in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) an, dass zwei zusätzliche Produktionsstätten entstehen sollen. „In Deutschland werden wir nach jetziger Planung noch zwei zusätzliche Produktionsstätten aufbauen“, sagte Hohenwarter der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Man spreche mit Unternehmen und schaue sich mögliche Standorte an. Berichte, wonach KNDS das Mercedes-Werk in Ludwigsfelde übernehmen werde, bestätigte er allerdings nicht.
Deutlicher Produktionshochlauf und mehr Personal
Hohenwarter stellte zugleich einen erheblichen Ausbau der Produktion in Aussicht. „Wir werden mittelfristig viermal so viele Boxer und Artillerie, dreimal so viele Leoparden und doppelt so viele Pumas herstellen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Durch diesen Hochlauf werde sich die Belegschaft von KNDS Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts verdoppeln, es würden also 4.000 bis 5.000 Mitarbeiter dazukommen.
Trotz stark gestiegener Bewerberzahlen sieht Hohenwarter Grenzen des organischen Wachstums. Vor vier Jahren habe KNDS nach seinen Angaben 6.000 Bewerbungen im Jahr erhalten, vergangenes Jahr seien es 60.000 gewesen. Dennoch werde dieses Wachstum nicht ausreichen, um den geplanten Produktionshochlauf zu bewältigen, so der KNDS-Manager in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Fokus der neuen Werke und Rolle klassischer Panzer
Ein neuer Standort werde sich nach den Worten Hohenwarters der gesamten Produktionskette vom Rohbau bis zum fertigen Fahrzeug widmen, mit dem Schwerpunkt auf Radfahrzeuge wie den Boxer. Der zweite Standort werde schwerpunktmäßig ein Schweißstandort sein, ähnlich wie das kürzlich vom Bahnhersteller Alstom übernommene Werk in Görlitz. Diese Werksübernahme sei für ihn beispielgebend für den Aufbau neuer Produktionsstätten. Man müsse „Industriezweige transformieren, also bestehende Ökosysteme nutzbar machen“, erklärte er in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Die Produktion von Panzern bezeichnete Hohenwarter als eine Kernkompetenz von KNDS. Auf die Frage, ob es diese Produkte überhaupt noch brauche, wo doch im Ukraine-Krieg vor allem Drohnen gefragt seien, antwortete er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, es brauche sie, und er wehre sich gegen die Behauptung, hierbei handele es sich um alte Technik. Im Ukraine-Krieg zeige sich, dass Kampfpanzer, Artillerie und geschützte Radfahrzeuge „eine unverändert hohe Relevanz auf dem Gefechtsfeld“ hätten. Die Fähigkeiten des Menschen in militärischen Fahrzeugen würden auf lange Sicht weiter unerlässlich sein.
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