Vor der Abstimmung im EU-Parlament über neue genomische Techniken in der Pflanzenzüchtung warnt Bioland-Präsident Jan Plagge vor nachteiligen Folgen für Verbraucher und Wirtschaft. Er sieht durch die geplante Regelung die Souveränität über europäisches Saatgut bedroht und rechnet mit steigenden Lebensmittelpreisen.
Bioland-Präsident warnt vor Folgen für Saatgutmarkt
Bioland-Präsident Jan Plagge kritisiert die geplante Neuregelung zu neuen genomischen Techniken (NGT) in der Pflanzenzüchtung. Die Regelung öffne den Saatgutmarkt für neue Patente, sagte er dem „Spiegel“. „Damit würden wir die Souveränität über unser europäisches Saatgut verlieren. Das wird die europäische Wirtschaft schwächen. Und die Preise für Lebensmittel werden steigen.“
Der Chef des Ökoanbauverbands befürchtet einschneidende Konsequenzen, sollte das Gesetz ohne Klärung der Patentfrage beschlossen werden. „Wenn das Gesetz ohne eine Lösung für die Patentfrage durchkommt, befürchten wir eine der größten Innovationsblockaden für die Pflanzenzüchtung, die wir je erlebt haben“, sagte er dem „Spiegel“.
Abstimmung im EU-Parlament über Lockerung der Regeln
Das EU-Parlament stimmt am Mittwoch darüber ab, ob die Regeln für sogenannte neue genomische Techniken gelockert werden. In der Folge könnten bestimmte gentechnisch veränderte Lebensmittel künftig ohne Kennzeichnung im Supermarkt verkauft werden.
Für Verbraucher sei vor allem die Entscheidungsmöglichkeit beim Einkauf betroffen, machte Plagge deutlich. „Für Verbraucher geht es um Wahlfreiheit. Viele wollen frei darüber entscheiden, ob sie Lebensmittel mit oder ohne Gentechnik kaufen“, sagte er dem „Spiegel“.
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