Feuerwehr kämpft mit Hubschraubern gegen Flammen im schwer zugänglichen Gelände.
In den Chiemgauer Alpen ist am Mittwochabend ein Waldbrand im Gipfelbereich der Hochwand nahe der Lackenbergwand ausgebrochen. Wie der Spiegel und der Bayerische Rundfunk berichten, breitete sich das Feuer in der ersten Nacht talwärts aus und erfasst schwer zugängliches Gelände auf etwa 1000 Metern Höhe. Anwohner wurden wegen starker Rauchentwicklung aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten. Die Bundesstraße 305 ist in Richtung Reit im Winkl und Marquartstein gesperrt.
200 Einsatzkräfte kämpfen gegen Bergbrand
Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein sind rund 200 Einsatzkräfte im Großeinsatz, darunter Feuerwehr, Bergwacht, Rettungsdienst und Polizei. Drei Löschhubschrauber der Bayerischen Polizei werfen Wasser über dem Brandgebiet ab, während am Boden ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen eingerichtet wurde. Drohnen sollen helfen, Wärmequellen am Berg zu erfassen, doch die Koordination mit den Hubschrauberflügen erschwert die Arbeit. Eine Brandursache ist bisher nicht bekannt, Verletzte gab es keine.
Vergleich mit historischem Waldbrand in Bayern
Die Situation erinnert an den Waldbrand am Saurüsselkopf bei Ruhpolding im Mai, der sich ebenfalls in der ersten Nacht ausbreitete und erst nach einem Monat für beendet erklärt wurde. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, war der Brand am Saurüsselkopf mit rund 100 Hektar der größte in Bayern seit 50 Jahren. Auch damals hatten sich die Flammen in schwer zugänglichem Gelände ausgebreitet, und Hubschrauber waren entscheidend für die Bekämpfung. Der aktuelle Brand an der Hochwand ist bereits der dritte größere Waldbrand im Landkreis Traunstein binnen weniger Wochen.
Regenanlagen sollen Brandausbreitung stoppen
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wurden Kreisregenanlagen installiert, die wie große Gartensprinkler den nicht betroffenen Bereich bewässern. Die Feuerwehr betont, dass die Vegetationsbrandbekämpfung im Bergwald besonders schwierig sei, da das Gelände unübersichtlich und steil ist. Eine Pressekonferenz soll im Laufe des Tages über das Ausmaß des Brandes informieren.
Bevölkerung vor Geruchsbelästigung gewarnt
Die Bevölkerung wurde über das Modulare Warnsystem (MoWaS) vor möglicher Geruchsbelästigung gewarnt. Die Einsatzkräfte hoffen, mit den aktuellen Maßnahmen eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Wie groß die Brandfläche ist, bleibt vorerst unklar.