Das Deutschlandticket wird zum 1. Januar 2027 erneut teurer. Der Preis steigt um sechs Prozent auf 66,80 Euro im Monat. Niedersachsens SPD-Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne verteidigt die Erhöhung und verweist auf gestiegene Personal-, Energie- und Betriebskosten bei den Verkehrsunternehmen.
Auch die weiteren Varianten des Deutschlandtickets werden teurer: Das Jobticket soll künftig 63,46 Euro kosten, das Semesterticket 40,08 Euro.
Tonne: „Höhere Preise sind nie erfreulich“
„Höhere Preise sind nie erfreulich. Das gilt auch für das Deutschlandticket“, erklärt Tonne zur angekündigten Anpassung. Wer ein bundesweit gültiges Ticket für den Nahverkehr dauerhaft erhalten wolle, könne die tatsächliche Kostenentwicklung jedoch nicht ignorieren. „Das Deutschlandticket darf nicht an seiner eigenen Erfolgsgeschichte scheitern.“
Nach Angaben des Ministers wird der neue Preis erstmals auf Grundlage eines Kostenindex ermittelt. Dabei werden insbesondere die Entwicklung der Personal-, Energie- und Betriebskosten berücksichtigt.
„Die vorgesehene Preisanpassung wird nicht ausgewürfelt, sie ist das Ergebnis eines objektiven Verfahrens“, so Tonne. Genau diese Kostensteigerungen träfen die Verkehrsunternehmen seit Jahren.
Bund und Länder zahlen drei Milliarden Euro pro Jahr
Bund und Länder bezuschussen das Deutschlandticket nach Angaben des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums gemeinsam mit rund drei Milliarden Euro jährlich. Niedersachsen selbst stellt jährlich rund 120 Millionen Euro dafür bereit. Ohne diese staatliche Unterstützung wäre ein bundesweit gültiges Ticket zu diesem Preis laut Tonne nicht möglich.
Gleichzeitig warnt der SPD-Minister bereits vor weiteren größeren Preissprüngen: „Dabei ist aus niedersächsischer Sicht klar, dass weitere deutliche Anpassungen nach oben nicht einfach so mitgetragen werden.“ Es müsse deshalb darüber gesprochen werden, wie der Preis langfristig stabilisiert werden könne und ob die bisherige Bezuschussung durch Bund und Länder ausreiche.
870.000 Deutschlandtickets in Niedersachsen
Nach Angaben des Ministeriums nutzen derzeit rund 870.000 Menschen in Niedersachsen das Deutschlandticket. Für Tonne ist das ein Beleg für die Bedeutung des Angebots. Die jährlich 120 Millionen Euro des Landes seien „gut investiertes Geld für klimafreundliche Mobilität, für Pendlerinnen und Pendler sowie für die Anbindung unserer Städte und ländlichen Räume“.
