Ilkay Gündogan schildert in einem Interview mit der ‚Zeit‘ seine Erfahrungen mit Jürgen Klopp. Der neue Bundestrainer habe ihn einmal wütend zur Rede gestellt, sich später aber entschuldigt. Trotz eines holprigen Starts als Nationalcoach unterstützt Gündogan seinen ehemaligen Trainer.
Emotionale Auseinadersetzung und Versöhnung
"Jürgen hat mir mal einen Einlauf verpasst", sagte Gündogan der Wochenzeitung „Die Zeit„. Er sei aus Klopps Sicht zu spät am Trainingsgelände gewesen, um zum Physio zu gehen. „Da kam er ins Zimmer gestürmt, schrie mich an, knallte die Tür“, so der frühere Nationalmannschaftskapitän weiter.
Klopp habe sich jedoch schnell wieder gefangen. "Eine halbe Stunde später nahm er mich in den Arm und erklärte mir, warum er so streng war. Dann hat er sich entschuldigt. Eigentlich hatte er recht", so Gündogan. Seine impulsive Art hätten die Spieler akzeptiert: "ehrlich, direkt, sympathisch. Kein Trainer ist so authentisch wie er."
Unterstützung trotz schwierigem Start
Trotz des enttäuschenden Starts von Klopp als Bundestrainer stellt sich Gündogan hinter seinen früheren Coach. "Ich bin trotzdem froh, dass Jürgen Bundestrainer ist. Er hat auch Liverpool und Dortmund am Boden übernommen und zu Titeln geführt." Allerdings werde es "ein harter Weg für die Spieler".
Deutschland sei derzeit schwächer besetzt als die internationale Konkurrenz. "Spanien, Frankreich oder England sind besser besetzt. Das ist nun mal die Realität, kann aber keine Begründung für ein Ausscheiden vor dem Achtelfinale bei großen Turnieren sein", so der ehemalige Nationalmannschaftskapitän.
Kritik an Social Media und eigene Pläne
Deutliche Kritik übte er am Umgang jüngerer Profis mit sozialen Medien. Manche Spieler googelten in der Halbzeit ihren eigenen Namen. "Lob in der Öffentlichkeit ist manchen wichtiger als das des Trainers oder das der Kollegen. Das kann sehr gefährlich sein", sagte Gündogan.
Nach dem Ende seiner Spielerkarriere will Gündogan selbst auf die Trainerbank wechseln. "Ja, ich würde gerne als Trainer arbeiten. Ich habe erlebt, was Trainer bewirken können." Den entscheidenden Anstoß habe Pep Guardiola gegeben: „Letztlich hat mein ehemaliger Coach Pep Guardiola den Gedanken in mich gepflanzt. In seiner Rolle habe ich meine künftige erkannt“, sagte Gündogan der Wochenzeitung „Die Zeit“.