Amsinckstraße und Fuhlsbüttler Straße gesperrt – Reparaturen dauern Tage
In Hamburg haben am Mittwoch zwei Wasserrohrbrüche an wichtigen Verkehrsknotenpunkten zu massiven Behinderungen geführt. Betroffen sind die Amsinckstraße in Hammerbrook und die Fuhlsbüttler Straße in Ohlsdorf, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und die Hamburger Morgenpost (MOPO) berichten. Beide Straßen sind weiterhin vollständig gesperrt, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führt. Die Amsinckstraße verbindet die Innenstadt mit dem Osten Hamburgs und ist eine zentrale Verkehrsader für Pendler, während die Fuhlsbüttler Straße Barmbek-Nord und Ohlsdorf verbindet. Die Polizei empfiehlt, die betroffenen Gebiete weiträumig zu umfahren, da sich der Verkehr in alle Richtungen staut. Besonders um die Amsinckstraße herum sei die Lage angespannt, während in Ohlsdorf Umleitungen über die Sengelmannstraße oder Poppenbüttel möglich seien, so die MOPO. Busse stecken teilweise ebenfalls im Stau fest, weshalb die Nutzung von U- und S-Bahnen empfohlen wird.
Grauguss-Rohre halten modernem Verkehr nicht stand
Die genauen Ursachen der Rohrbrüche sind noch unklar. Hamburg Wasser geht jedoch von einem «unglücklichen Zufall» aus, da die beiden Leitungen hydraulisch nicht miteinander verbunden sind, wie die ZEIT unter Berufung auf den Pressesprecher des Unternehmens berichtet. Beide Rohre bestehen aus Grauguss, einem Material, das weniger elastisch ist und daher die Belastung durch modernen Verkehr schlechter ausgleichen kann. Die Leitung unter der Fuhlsbüttler Straße stammt aus dem Jahr 1921, die unter der Amsinckstraße aus dem Jahr 1961, wie die MOPO weiter mitteilt.
Reparaturen könnten Wochen bis Monate dauern
Die Reparaturarbeiten könnten sich über mehrere Tage hinziehen. Laut Hamburg Wasser werde am Donnerstagmorgen schweres Gerät eingesetzt, um den Asphalt aufzunehmen und die Schäden zu begutachten. Sollten nur die akuten Schäden behoben werden, könnte die Sperrung etwa zehn bis 14 Tage andauern, so der Unternehmenssprecher Ole Braukmann gegenüber der MOPO. Werden jedoch Teile der Leitungen ausgetauscht, könnte die Sperrung deutlich länger dauern. Eine ähnliche Situation gab es bereits Anfang Januar 2026 in der Kollaustraße, wo die Arbeiten mehrere Monate in Anspruch nahmen.
Hamburgs Rohrbrüche im europäischen Vergleich normal
In Hamburg kommt es jährlich zu rund 400 Rohrbrüchen, wie der Sprecher von Hamburg Wasser der ZEIT erklärte. Zwei Rohrbrüche an einem Tag seien daher nicht ungewöhnlich. Im Vergleich zu anderen Großstädten wie Stockholm oder Paris liege Hamburg sogar unter dem Durchschnitt. Dennoch wird die Gelegenheit genutzt, um zu prüfen, ob nicht nur die Schäden repariert, sondern auch die Leitungen modernisiert werden. Vor allem in der Fuhlsbüttler Straße werde diese Option abgewägt, da dort für das nächste Jahr ohnehin Arbeiten geplant seien.
50 Millionen Euro für Leitungsmodernisierung eingeplant
Hamburg Wasser hat sein Budget für die Instandhaltung der Leitungen seit 2024 von 30 auf 50 Millionen Euro erhöht. Die Entscheidung, welche Leitungen modernisiert werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Verkehrsfluss an der jeweiligen Stelle. Nicht alle alten Rohre müssen zwingend ausgetauscht werden, da sie je nach Belastung noch in gutem Zustand sein können.
Die Wasserversorgung war am Mittwoch in mehreren Stadtteilen wie Eilbek, St. Pauli und der HafenCity unterbrochen, wie die MOPO berichtet. Viele Anwohner berichteten von deutlich reduziertem Wasserdruck.