Der vor der Ostsee-Insel Poel gestrandete Buckelwal hat nach Einschätzung des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) nur geringe Überlebenschancen. Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger warnt zugleich vor den Risiken der laufenden Rettungsversuche und verweist auf den hohen Stress für das Tier. Als Ursache für die Situation des Buckelwals, den viele „Timmy“ nennen, sieht er auch menschliche Einflüsse.
Nabu-Chef sieht geringe Überlebenschancen für Buckelwal
Jörg-Andreas Krüger
Skepsis gegenüber Rettungsversuchen
Krüger äußerte sich skeptisch zu den laufenden Rettungsversuchen. „Die Situation bedeutet für den Wal wahrscheinlich enormen Stress“, sagte er zu „T-Online“. Die vielen Boote um das Tier herum könnten die Lage nach seiner Einschätzung zusätzlich verschärfen. „Einen Wal in einer solchen Situation gezielt zu bewegen, ist äußerst schwierig und mit großen Unsicherheiten verbunden“, betonte er gegenüber „T-Online“.
Er hätte nach eigenen Worten eher zu großer Zurückhaltung geraten und sehr genau geprüft, ob ein Eingriff dem Tier wirklich helfe. „Bei einem Tier in diesem Zustand ist sehr fraglich, ob ein Transport überhaupt helfen würde, selbst, wenn er gelingt“, sagte Krüger zu „T-Online“.
Menschliche Einflüsse als mögliche Ursache
Als mögliche Ursache für die Lage des Buckelwals, den viele „Timmy“ nennen, verweist Krüger auch auf menschliche Einflüsse. Der Eingang der Ostsee vom Nordatlantik her sei eine der am dichtesten befahrenen Wasserstraßen der Welt. „Wale verletzen sich dort häufig an Schiffsschrauben oder verfangen sich in Geisternetzen – das ist nichts Ungewöhnliches“, sagte Krüger zu „T-Online“. „Timmy hat sich in eine Falle begeben, weil er sich weit von seinen eigentlichen Lebensräumen entfernt hat“, erklärte er.
Der Fall könne Deutschland nach Einschätzung Krügers noch lange beschäftigen, weil Wale „wochen- und monatelang“ ohne Futter auskommen könnten, sagte er zu „T-Online“.
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