Seit Jahren fordern Anwohnerinnen und Anwohner die Rückkehr des Busverkehrs in den Osnabrücker Stadtteil Hörne – bislang ohne Erfolg. Jetzt will die SPD Hellern das Thema erneut auf die politische Agenda setzen und in der kommenden Ratsperiode einen neuen Anlauf starten. Für die Sozialdemokraten geht es dabei nicht nur um Mobilität, sondern um die Frage, wie gleichwertig Stadtteile künftig angebunden bleiben.
Vor Ort gemachtes Bild – und klare Forderung
Um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen, besuchten die Ortsvereinsvorsitzende Heike Walter, Ratsherr André Klekamp sowie Stadtratskandidat Marvin Gehricke den Ortsteil. Nach Auffassung des Ortsvereins darf die Diskussion um die Busanbindung nicht erneut versanden. Die Forderung sei in den vergangenen Jahren immer wieder von Bürgerinnen und Bürgern vorgebracht worden. Protestaktionen und zahlreiche Unterschriften hätten deutlich gemacht, dass viele Menschen eine Rückkehr des Busverkehrs wünschen.
Für die SPD ist klar: Dieses Signal müsse politisch ernst genommen werden. „Busse müssen dort fahren, wo Menschen sie brauchen“ Besonders deutlich positioniert Klekamp, der zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtwerke ist. „Hellern braucht eine gute Anbindung an die Stadt. Das bedeutet nicht nur bessere Radwege, sondern auch attraktiven ÖPNV. Busse müssen nicht nur pünktlich sein, sondern auch oft genug dort fahren, wo die Menschen sie brauchen. Das gilt auch für Hörne. Die Preiserhöhungen für die Busfahrkarten der letzten Jahre halte ich zudem für falsch. Wenn wir möchten, dass unsere Busse genutzt werden, dürfen wir sie nicht immer teurer für die Fahrgäste machen.“
Kritik an Wirtschaftlichkeitskriterien
Kritisch sieht die SPD insbesondere die Maßstäbe, nach denen über Busverbindungen entschieden wird. Die angesetzten Mindestfahrgastzahlen seien aus Sicht des Ortsvereins für weniger dicht besiedelte Stadtteile nicht angemessen. Dadurch entstehe ein struktureller Nachteil gegenüber zentraleren Bereichen der Stadt. Zwar sei angesichts knapper öffentlicher Kassen nachvollziehbar, dass über Einsparungen im Nahverkehr diskutiert werde – eine vollständige Abkopplung einzelner Ortsteile dürfe daraus aber nicht entstehen.
ÖPNV als Teil der Grundversorgung
Für den Ortsverein steht deshalb fest: Öffentlicher Nahverkehr ist mehr als eine Frage der Auslastung. Eine verlässliche Grundversorgung müsse auch künftig für alle Bürgerinnen und Bürger gewährleistet bleiben. Die Wiederherstellung der Busanbindung nach Hörne soll deshalb nach dem Willen der SPD in der nächsten Ratsperiode mit Nachdruck verfolgt werden.
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