Im französischen Évian-les-Bains hat am Montagabend der dreitägige G7-Gipfel begonnen. Im Mittelpunkt der Beratungen der führenden Industrienationen stehen die Lage im Nahen Osten, die Entwicklung der Weltwirtschaft, der Umgang mit kritischen Rohstoffen und der Ukraine-Krieg. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellte kurz vor seiner Abreise eine deutsche Beteiligung an einer möglichen Mission in der Straße von Hormus in Aussicht.
Merz stellt Beteiligung an möglicher Mission in Aussicht
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte am Montag in Berlin kurz vor dem Gipfelstart an, Deutschland könne sich an einer möglichen Mission in der Straße von Hormus beteiligen. „Wir wollen uns mit unseren Partnern bei der Gewährleistung freier Schifffahrt in der Straße von Hormus auch engagieren“, sagte Merz am Montag in Berlin vor seiner Abreise, wie die dts Nachrichtenagentur berichtet.
„Das tun wir, sobald die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind. Dazu werden wir in Évian mit den Vereinigten Staaten, mit Präsident Trump, mit den europäischen Partnern und den Staaten der Region beraten“, fügte der Kanzler hinzu, so die dts Nachrichtenagentur. Welche Voraussetzungen er damit konkret meinte oder wie eine deutsche Beteiligung ausgestaltet sein könnte, blieb zunächst offen.
Der am Sonntag verkündete Friedensdeal zwischen den USA und dem Iran dürfte in diesem Zusammenhang ein wichtiges Thema der Gespräche sein. Er wird im Komplex der Nahost-Beratungen erwartet und soll beim G7-Treffen für Diskussionen sorgen.
Weltwirtschaft, China und kritische Rohstoffe im Fokus
Zweites großes Thema des Gipfels ist die generelle Entwicklung der Weltwirtschaft. Die Staats- und Regierungschefs wollen dabei insbesondere über Risiken und Herausforderungen beraten, die von globalen Ungleichgewichten ausgehen. Unter anderem geht es um Chinas Exportüberschüsse.
Zu den weiteren Schwerpunkten zählen der Bereich kritische Rohstoffe sowie der Ukraine-Krieg. Beide Themen sollen in mehreren Arbeitssitzungen vertieft werden.
Selenskyj und weitere Gäste zu Beratungen erwartet
Insgesamt sind bis Mittwoch fünf Arbeitssitzungen geplant. Am Dienstag wird auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu dem Treffen dazustoßen. Weitere eingeladene Gäste sind die Staats- und Regierungschefs von Indien, Brasilien, Ägypten und Südkorea.
Nach derzeitigem Stand ist keine große gemeinsame Abschlusserklärung mit allen Ergebnissen des Gipfels vorgesehen. Stattdessen werden Erklärungen zu einzelnen Themenkomplexen erwartet, wie die dts Nachrichtenagentur meldet.
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