30-Jähriger räumt Mordversuch ein – Opfer lag im Koma
Ein 30-jähriger Mann aus Eritrea hat vor dem Landgericht Ulm den Mordversuch an einem Angestellten eines Elektronikmarktes eingeräumt. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und der Südwestrundfunk (SWR) berichten, gestand der Angeklagte am ersten Verhandlungstag, aus Frust, Wut und Verzweiflung gehandelt zu haben. Die Tat ereignete sich Mitte Januar in einem MediaMarkt in Ulm, wo der Mann einen 25-jährigen Verkäufer von hinten mit einem Messer attackierte. Der Angestellte erlitt 15 Stichverletzungen und musste notoperiert werden.
Messerattacke: Racheplan gegen Mobilfunkhändler
Er lag zwölf Tage im künstlichen Koma und wird während des Prozesses als Nebenkläger aussagen. Zwei weitere Mitarbeiter, die dem Opfer zu Hilfe eilten, wurden ebenfalls verletzt. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte zuvor ein Küchenmesser mit 20 Zentimeter langer Klinge gekauft, um sich an Mobiltelefonverkäufern zu rächen. Er sei in den Markt gegangen, um einen Verkäufer zu töten, wie die Anklage darlegt.
Täter nach Messerangriff auf Polizei angeschossen
Der 30-Jährige war nach der Tat auf der Straße vor dem Geschäft von der Polizei gestellt worden. Als er die Beamten mit dem Messer angriff, wurde er angeschossen und schwer verletzt. Seit Januar sitzt er in Untersuchungshaft. Der Angeklagte ist einschlägig vorbestraft und war erst wenige Wochen zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden.
Abschiebung nach Eritrea erneut gescheitert
Eine geplante Abschiebung nach Eritrea war zuvor an mangelnder Kooperation der dortigen Behörden gescheitert, wie das Justizministerium mitteilte. Der Prozess soll noch bis Mitte August andauern. Die tagesschau berichtet zudem, dass der Alltag im MediaMarkt wieder eingekehrt sei, allerdings mit verstärkten Sicherheitsvorkehrungen. Hilfs- und Gesprächsangebote für die Mitarbeiter würden weiterhin wahrgenommen.
