Wer in diesen Tagen am Bereich hinter dem Neumarkt vorbeikommt, wird feststellen: Im Bereich der zukünftigen Johannishöfe (hinter Ypso/Wöhrl) hat sich etwas verändert. Zwar rollen auf dem seit Jahren brachliegenden Areal noch keine Bagger, dafür umgibt nun ein rund 220 Meter langer, bunt gestalteter Bauzaun das erste Baufeld. Und der soll nicht die einzige Veränderung bleiben: Noch im laufenden dritten Quartal will die Lindhorst Gruppe mit ersten Rückbauarbeiten beginnen.
Am vergangenen Wochenende verwandelten rund 25 überwiegend in Osnabrück aktive Künstlerinnen und Künstler unter der Leitung von Alexej Eisner und Mike Beermann den Bauzaun in eine Freiluftgalerie. Mit dabei waren auch die „Bunten Hunde Osnabrück“ sowie Kreative aus der Universität Osnabrück.
220 Meter Bauzaun werden zur Open-Air-Galerie
Auf einer Fläche, die nach Angaben der Lindhorst Gruppe etwa der Größe eines offiziellen FIBA-Basketballfeldes entspricht, entstanden Graffiti-Schriftzüge, Comicfiguren und großflächige Malereien. Die benötigten Bauzaunelemente und Spraydosen stellte der Projektentwickler zur Verfügung.
Motiv „Grüße an alle Tauben“, Künstler @SPURVONMAX / Foto: Yunus Olkun
„Wir haben eine weitere große Open-Air-Galerie in Osnabrück geschaffen, die die Kunstszene verbindet und Sichtbarkeit schafft“, erklärten die Organisatoren. Der bislang eher triste Bauzaun sei zu einem farbenfrohen Hingucker geworden und solle Vorfreude auf das wecken, was an dieser Stelle entstehen werde.
Baustart soll noch in diesem Quartal erfolgen
So bunt der neue Bauzaun auch ist – gebaut wird auf dem Areal bislang noch nicht. Das soll sich nach Angaben der Lindhorst Gruppe allerdings bald ändern.
Der Projektentwickler kündigt an, dass erste Rückbauarbeiten noch im dritten Quartal 2026 beginnen sollen. Dieses Quartal hat bereits begonnen und endet am 30. September. Damit bleiben nur noch wenige Wochen, um den angekündigten Zeitplan einzuhalten.
Künstlergruppe der Künstlergruppe der Bauzaungestaltung um Alexej Eisner, Mike Beermann und die Bunten Hunde Osnabrück / Foto: Yunus Olkun
Projektleiter Yunus Olkun bezeichnete die Gestaltung des Bauzauns als Bereicherung für die Innenstadt. Die Kunst werde das Areal während der gesamten Entwicklungszeit prägen. Denkbar sei außerdem, die beteiligten Künstler später auch bei der Gestaltung der Johannishöfe selbst einzubeziehen.
Neues Quartier mit Wohnungen, Gastronomie und Handel geplant
Auf dem rund 1,54 Hektar großen Gelände zwischen Neumarkt, Johannisstraße, Seminarstraße und Große Rosenstraße plant die Lindhorst Gruppe ein neues Innenstadtquartier mit bis zu 50.000 Quadratmetern Nutzfläche.
Vorgesehen sind Wohnungen – darunter auch Wohnraum für Studenten, Auszubildende und Senioren –, außerdem Flächen für Handel, Gastronomie sowie Parkmöglichkeiten. Die Gebäude sollen als geschlossene Blockrandbebauung mit mehreren Innenhöfen entstehen und sich in die bestehende Innenstadt einfügen.

Entwurf der Johannishöfe im Jahr 2021 / SKAI Architekten
Derzeit befinden sich auf dem Areal überwiegend leerstehende Gebäude, darunter das ehemalige Wöhrl- beziehungsweise Ypso-Kaufhaus, das frühere Ihr-Platz-Haus, das sogenannte Kachelhaus sowie ein Parkhaus.
Oberbürgermeisterin sieht Zeichen des Aufbruchs
Katharina Pötter begrüßte die Aktion der Osnabrücker Kunstszene. Die Johannishöfe würden das Stadtbild rund um den Neumarkt künftig mitprägen. Die Gestaltung des Bauzauns zeige, dass sich auf dem Gelände endlich wieder etwas tue und wecke Vorfreude auf das neue Quartier.
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