Nach erneuten Raketenangriffen erklären beide Seiten vorläufige Einstellung der Kampfhandlungen.
Erstmals seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe im April haben sich Iran und Israel wieder gegenseitig mit Raketen beschossen. Der Iran begründete seine Angriffe mit wiederholten Verstößen gegen die Waffenruhe im Libanon. Israel reagierte mit Vergeltungsschlägen auf Ziele im Iran, wie die israelische Armee am frühen Morgen mitteilte. Betroffen seien militärische Einrichtungen im Westen und im Zentrum des Landes. Man befinde sich weiterhin in voller Einsatzbereitschaft, hieß es später weiter. Das Militär sei darauf vorbereitet, gegen alle vorzugehen, die den Staat Israel bedrohten. Das iranische Staatsfernsehen berichtete von mehreren Explosionen in der Hauptstadt Teheran. Wohngebiete wurden demnach nicht getroffen. Auch in den Städten Täbris und Isfahan habe es Einschläge gegeben. Zuvor hatte der Iran erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe Raketen auf Israel abgefeuert. Nach Angaben des israelischen Militärs wurden alle Geschosse der ersten Welle abgefangen.
Israel warnt vor Raketenangriffen aus Iran und Jemen
Im Norden und im Zentrum des Landes sei Luftalarm ausgelöst worden. Der Unterricht in allen Schulen Israels wurde laut dem Zivilschutz für Montag abgesagt. Nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 schlugen Raketentrümmer im Norden Israels ein, unter anderem nahe der Stadt Tiberias. Eine 79-Jährige habe Verletzungen am Kopf erlitten, als sie in einen Schutzraum eilte. Der israelische Botschafter in den USA, Jechiel Leiter, teilte auf X mit, der Iran habe elf ballistische Raketen auf Israel abgefeuert. Israel greife nun seinerseits iranische Abschussrampen für Boden-Boden-Raketen sowie Infrastruktureinrichtungen an, die nicht zum Energiesektor gehörten. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen. Nach Angaben des israelischen Militärs wurde zudem eine Rakete aus dem Jemen in Richtung Israel abgefeuert. Die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz, um die Gefahr abzufangen, teilte das Militär am frühen Morgen auf Telegram mit. Die Bevölkerung war aufgerufen, Schutzanweisungen zu folgen. Später teilte das Militär mit, dass die Menschen die Bunker wieder verlassen könnten.
Trump kritisiert Israels Beirut-Angriffe und fordert
Im Jemen operiert die vom Iran unterstützte militant-islamistische Huthi-Miliz. Sie hatte in der Vergangenheit die volle und unerschütterliche Solidarität mit Teheran angekündigt. Irans zentrales Militärkommando hatte seine Raketenangriffe bestätigt. Begründet wurden sie mit wiederholten Verstößen der israelischen Armee gegen die Waffenruhe im Libanon. Israel hatte Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Die Armee habe dort Terroristen-Hauptquartiere als Reaktion auf vorherigen Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, hatten Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz zuvor mitgeteilt. US-Präsident Donald Trump sagte dem Sender Fox News, er sei nicht glücklich damit, dass Israel Ziele in Beirut angegriffen habe. Er forderte gleichwohl den Iran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Das Portal Axios berichtete, Trump wolle Netanjahu auffordern, auf Vergeltungsschläge gegen den Iran zu verzichten. Er habe ein entsprechendes Telefonat angekündigt, hieß es. Man stehe kurz vor einer endgültigen Vereinbarung mit dem Iran und er wolle nicht, dass dieses Vorhaben nun platze.
Iran erklärt Angriffe auf Israel für beendet
Trump hatte in der Vergangenheit schon wiederholt eine kurzfristige Einigung mit dem Iran in Aussicht gestellt, was dann aber nicht passierte. Irans Streitkräfte haben ihre Angriffe auf Israel für beendet erklärt. Die Islamische Republik habe zur Unterstützung des Libanons Israel eine schmerzhafte Antwort erteilt, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Militärführung. Vor diesem Hintergrund wird die Einstellung der Operationen der Streitkräfte bekanntgegeben. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bekannt gegeben, Israel und Iran strebten eine sofortige Waffenruhe an. Die abschließenden Verhandlungen über einen Frieden schritten voran, erklärte Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Beide Seiten, Israel und Iran, strebten eine sofortige Waffenruhe an. Die finalen Friedensverhandlungen laufen, sofern ihnen nicht Ignoranz oder Dummheit in die Quere kommen. Die Blockade bleibt bis zum Abschluss eines endgültigen Abkommens in vollem Umfang bestehen. Es sollte schnell gehen.
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