Im Jahr 2025 hatten rund 2,2 Millionen Menschen in Deutschland einen befristeten Arbeitsvertrag. Das entsprach 6,0 Prozent aller Kernerwerbstätigen. Der Anteil ist in den vergangenen zehn Jahren leicht gesunken, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
Atypische Beschäftigung insgesamt rückläufig
Zur Gruppe der atypisch Beschäftigten zählen neben befristet Angestellten auch geringfügig Beschäftigte, Teilzeitkräfte mit bis zu 20 Wochenstunden sowie Leih- und Zeitarbeiter. Insgesamt waren 2025 rund 6,4 Millionen Personen atypisch beschäftigt – 17,2 Prozent der Kernerwerbstätigen. 2015 hatte der Anteil noch bei 20,8 Prozent gelegen.
Besonders stark sank der Anteil von Teilzeitkräften mit bis zu 20 Wochenstunden (von 13,4 auf 10,9 Prozent) und geringfügig Beschäftigten (von 6,5 auf 4,1 Prozent). Nur die Zeitarbeit verzeichnete einen leichten Anstieg von 1,8 auf 2,0 Prozent.
Junge und Geringqualifizierte häufiger betroffen
Jüngere Arbeitnehmer hatten 2025 deutlich häufiger befristete Verträge: 18,3 Prozent der 15- bis 25-Jährigen und 10,2 Prozent der 25- bis 35-Jährigen. Mit zunehmendem Alter sank der Anteil auf 5,6 Prozent (35–45 Jahre), 3,8 Prozent (45–55 Jahre) und 2,8 Prozent (55–65 Jahre). Ein Grund könnte der Übergang vom Bildungssystem in den Beruf sein, der oft über befristete Stellen erfolgt.
Auch das Bildungsniveau spielte eine Rolle: 11,6 Prozent der Kernerwerbstätigen ohne beruflichen Abschluss hatten einen befristeten Vertrag, bei Hochqualifizierten waren es 6,4 Prozent und bei mittlerer Berufsqualifikation 4,0 Prozent.
Besonders hoch war der Anteil befristeter Verträge im Bildungssektor (11,2 Prozent), im Gastgewerbe (8,8 Prozent) und in Kunst, Unterhaltung sowie privaten Haushaltsdienstleistungen (8,2 Prozent). Im Baugewerbe und im Finanz- und Immobilienwesen lag er jeweils bei 2,5 Prozent.
Laut Arbeitskräfteerhebung war bei 31,4 Prozent der befristet Beschäftigten ab 25 Jahren die Stelle nur befristet ausgeschrieben. 16,9 Prozent befanden sich in Ausbildung, 12,9 Prozent hatten einen Probevertrag. 8,2 Prozent gingen eine Befristung ein, weil sie keine Dauerstelle fanden, 2,7 Prozent wählten sie bewusst. 28,0 Prozent nannten andere Gründe.
Mehr als die Hälfte (52,4 Prozent) der befristet Beschäftigten ab 25 Jahren besaß 2025 laut Arbeitskräfteerhebung einen Arbeitsvertrag mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr. Bei 21,3 Prozent betrug die Befristung ein bis unter zwei Jahre, bei 14,7 Prozent zwei bis unter drei Jahre und bei 11,6 Prozent mehr als drei Jahre.