Staatsanwaltschaft prüft fahrlässige Tötung – Polizei räumt Fehler bei Suche ein
In Preetz (Kreis Plön) ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel gegen die Eltern einer dreijährigen autistischen und seh- sowie höreingeschränkten Tochter. Das Mädchen war am 5. August als vermisst gemeldet worden und wurde einen Tag später tot in einem Pool auf dem elterlichen Grundstück aufgefunden. Wie der Spiegel und die Welt berichten, besteht der Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung durch unterlassene Hilfeleistung sowie der Verletzung von Aufsichtspflichten. Die Obduktion bestätigte, dass das Kind ertrunken war.
Polizei übersah Leiche im Pool
Die Polizei geht davon aus, dass das Mädchen unmittelbar nach seinem Verschwinden in den Pool gefallen und bereits zu Beginn der Suchmaßnahmen ertrunken war. Kritisch wird dabei bewertet, dass Einsatzkräfte den Pool am Vortag nur oberflächlich in Augenschein genommen hatten, ohne die Leiche zu entdecken. Dies räumte die Polizei ein, wie der Spiegel schreibt. Die Welt ergänzt, dass die Auffindesituation später mit einer Puppe nachgestellt wurde, um die Umstände zu klären.
Ermittlungen gegen Eltern eingeleitet
Am Mittwoch durchsuchten Ermittler das Wohnhaus der Familie, um Beweismittel sicherzustellen und die Umgebung des Fundorts zu dokumentieren. Oberstaatsanwalt Michael Bimler bestätigte gegenüber der Bild, dass ein Ermittlungsverfahren gegen beide Elternteile eingeleitet wurde. Der NDR berichtet, dass der Pool zuvor mehrfach durchsucht worden sei, ohne dass das Kind gefunden wurde.
Fehler bei Poolsuche wird aufgearbeitet
Zugleich wird der Vorfall intern aufgearbeitet, da die Polizei den Pool zunächst nicht gründlich genug durchsucht hatte. Zudem soll der Fall im Innenausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags thematisiert werden, wie die Welt mitteilt. Die genauen Umstände, warum das Mädchen erst am Folgetag entdeckt wurde, bleiben weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.