Die Investitionsbereitschaft im deutschen Mittelstand ist auf den niedrigsten Stand seit mehr als 30 Jahren gefallen. Nur noch gut die Hälfte der Unternehmen plant in den kommenden Monaten Ausgaben für den eigenen Betrieb, wie eine Umfrage von DZ Bank und Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zeigt. Hauptgründe sind eine schwache Nachfrage, steigende Kosten und geopolitische Unsicherheiten, die sich stärker auswirken als in früheren Krisen.
Mittelstand investiert so wenig wie nie seit Beginn der Erhebung
Die Investitionsbereitschaft im deutschen Mittelstand ist auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren gesunken. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf eine Umfrage der DZ Bank und des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).
Nur noch 52 Prozent der Unternehmen planen demnach, in den kommenden sechs Monaten in ihren eigenen Betrieb zu investieren. Seit 1995 befragen DZ Bank und BVR im Frühjahr und im Herbst mehr als 1.000 Unternehmen. So gering wie aktuell sei die Investitionsbereitschaft seit dem Start der Umfrage noch nie ausgefallen.
Die Investitionsbereitschaft ist demnach momentan geringer als während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009, der Corona-Pandemie 2020 oder der Energiekrise nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022.
Hohe Kosten, schwache Nachfrage, geopolitische Risiken
Als Hauptgründe nennen die Mittelständler in der Umfrage von BVR und DZ Bank eine schwache Nachfrage, steigende Kosten und hohe geopolitische Unsicherheiten. Vor allem bei der Energie klagen zwei Drittel über zu hohe Kosten – im Herbst war es nur etwas mehr als die Hälfte gewesen.
Besorgt wegen Lieferengpässen zeigen sich inzwischen wieder rund ein Drittel der Firmenchefs. Die Sorge sei auch durch den Iran-Krieg zurückgekehrt. Im vergangenen Herbst war es nicht mal jeder fünfte Befragte.
Unternehmen verschieben Wachstumsprojekte
Laut DZ-Bank-Firmenkundenvorstand Stefan Beismann zeige die historisch geringe Investitionsbereitschaft, „wie tief die Verunsicherung im Mittelstand inzwischen reicht“. Unternehmen investierten derzeit vor allem in die Sicherung und Weiterentwicklung ihres bestehenden Geschäfts – Investitionen in den Ausbau von Kapazitäten oder neue Wachstumsprojekte würden zurückgestellt.
Das Ergebnis: Die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland sinke.
