# Holocaust-Überlebender und Demokratiewarner Albrecht Weinberg mit 101 gestorben Datum: 12.05.2026 19:29 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/holocaust-ueberlebender-und-demokratiewarner-albrecht-weinberg-mit-101-gestorben-712068/ --- Der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Der aus Leer stammende Zeitzeuge hatte während der NS-Zeit drei Konzentrationslager überlebt und sich jahrzehntelang öffentlich gegen das Vergessen engagiert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Leers Bürgermeister Claus-Peter Horst würdigten Weinbergs Einsatz für Freiheit, Demokratie und Versöhnung. ## Holocaust-Überlebender und engagierter Zeitzeuge Die Heimatstadt Leer teilte am Dienstag mit, dass der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg im Alter von 101 Jahren gestorben ist. Weinberg überlebte während der NS-Zeit drei Konzentrationslager und trat später häufig öffentlich als Zeitzeuge in Erscheinung. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte er im Januar 2025, als er ankündigte, das ihm 2017 verliehene Bundesverdienstkreuz zurückzugeben, nachdem im Bundestag ein Entschließungsantrag der Union zur Migrationspolitik durch die Stimmen der AfD eine Mehrheit erhalten hatte. ### Leer trauert um prägenden Mahner Leers Bürgermeister Claus-Peter Horst würdigte Weinbergs jahrzehntelanges Engagement. „Seit seiner Rückkehr aus New York in seine ostfriesische Heimat vor 14 Jahren hat Albrecht unermüdlich und mit einer unvorstellbaren Energie von seinen schrecklichen Erlebnissen während des Nationalsozialismus berichtet und immer wieder vor dem Vergessen gewarnt“, sagte Horst laut Mitteilung der Stadt Leer. Für die Stadt Leer sei der Tod Weinbergs ein großer Verlust. ### Steinmeier: Einsatz für Freiheit, Demokratie und Versöhnung Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte zum Tod von Weinberg. „Als Überlebender der Shoah hat sich Albrecht Weinberg unermüdlich für Freiheit und Demokratie eingesetzt und unserem Land Versöhnung geschenkt“, schreibt das Staatsoberhaupt. „Dafür ist ihm unser Land zutiefst dankbar.“ Steinmeier erinnerte zudem an ein gemeinsames Gedenken: „Nie werde ich unseren gemeinsamen, zutiefst bewegenden Besuch in der Gedenkstätte Bergen-Belsen 2022 vergessen, wo er so gelitten hatte“, fügte der Bundespräsident hinzu. Schon im Kindesalter hätten für Weinberg Jahre eines schier unvorstellbaren Schreckens begonnen. „Er musste seine ostfriesische Heimat verlassen und wurde mit seinen Geschwistern nach Auschwitz deportiert. Zwei Jahre lang durchlitt er das Grauen des Vernichtungslagers, bevor er auf Todesmärschen im Winter 1945 nach Mittelbau-Dora, dann in das KZ Neuengamme und schließlich völlig entkräftet in das KZ Bergen-Belsen gelangte.“ „Die Lebensgeschichte Albrecht Weinbergs ist eine Mahnung für uns und die nachfolgenden Generationen“, so Steinmeier weiter. Sein unermüdlicher Einsatz in Schulen, wo er jungen Menschen von seinem Schicksal erzählte, sei „zutiefst beeindruckend“ gewesen. „Im vergangenen Jahr entschied er sich, aus Sorge über die aktuellen politischen Entwicklungen in unserem Land das Bundesverdienstkreuz zurückzugeben. Seine Entscheidung war schmerzhaft, doch er gab uns allen die Aufgabe mit auf den Weg, uns mit aller Kraft für unsere Demokratie einzusetzen.“ Steinmeier verwies zudem auf die aktuelle Lage: Das Leben und Wirken Weinbergs blieben Verpflichtung, gerade in einer Zeit, in der die Demokratie unter Druck stehe und der Antisemitismus auch in unserem Land weiter zunehme. „Es bleibt unsere Verantwortung, für die jüdische Gemeinschaft in unserem Land einzustehen und die Demokratie zu bewahren“, schreibt der Bundespräsident. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück