Der Streit um das geplante Nachwuchscamp von Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen in Monheim am Rhein verschärft sich. Während der Stadtrat mit CDU, SPD und Grünen das Projekt seit Monaten ablehnt, erhöht nun auch die Bayer-Konzernspitze den Druck auf die Lokalpolitik. Bayer warnt vor Folgen für das Miteinander am Standort, der Verein vor gravierenden sportlichen Konsequenzen.
Streit um zehn neue Fußballplätze
Der Konflikt entzündet sich an dem geplanten Bau eines Nachwuchs-Camps von Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen in Monheim am Rhein (Nordrhein-Westfalen). Der Stadtrat um CDU, SPD und Grüne lehnt den Bau von zehn Fußballplätzen in Monheim seit Monaten ab.
Nun schaltet sich auch die Konzernführung des größten Arbeitgebers am Ort ein. Wie die „Welt am Sonntag“ und Business Insider berichten, sagte Bill Anderson, Bayer-CEO: „Ob Verein oder Unternehmen: Wir sind auf ein gutes Miteinander an unseren Standorten überall auf der Welt angewiesen. Deswegen beobachten wir bei Bayer natürlich sehr genau die aktuellen Aussagen, Entwicklungen und Entscheidungen in Monheim, die wir jeweils entsprechend bewerten.“
Bayer als größter Arbeitgeber in Monheim
Bayer ist in Monheim der größte Arbeitgeber und unterhält dort einen Forschungsstandort. Der Fußballverein Bayer 04 sucht seit zehn Jahren einen Standort für ein neues Leistungszentrum für Kinder und Jugendliche und wurde nach einer Untersuchung von insgesamt 70 Flächen in Monheim fündig. An dem geplanten Standort sollen neben den Sportplätzen auch 150 neue Arbeitsplätze entstehen sowie Rad- und Joggingwege.
Nach der Kommunalwahl 2025 hatte die regierende Peto-Partei im Stadtrat jedoch keine Mehrheit mehr. Seitdem regieren CDU, SPD, Grüne und FDP, die – mit Ausnahme der FDP – den Bau des Camps aus Klima- und Umweltschutzgründen ablehnen und mehrfach Kompromissangebote von Bayer 04 abgelehnt haben.
Verein warnt vor sportlichen Folgen
Bayer 04 muss den Campus auch deshalb umbauen, weil ein Autobahnausbau die bestehende Infrastruktur um die BayArena in Leverkusen bedroht. Mehrfach hatte der Verein aufgrund der ablehnenden Haltung der Lokalpolitiker das Vorhaben angepasst, Flächen reduziert und Konzepte verändert. Nach Vereinsangaben ist man nun beim Minimum dessen angekommen, was sportlich und organisatorisch noch sinnvoll ist.
Simon Rolfes, Geschäftsführer Sport bei Bayer 04, warnt bei der „Welt am Sonntag“ und Business Insider vor gravierenden sportlichen Folgen für den Verein, wenn der Campus nicht komme. Wer national und international dauerhaft in der Spitze mithalten wolle, benötige optimale Voraussetzungen. Die meisten anderen Bundesligisten seien ihnen in Sachen Infrastruktur weit voraus. Könne man den Campus nicht bauen, sei man auf Dauer nicht mehr auf höchstem Niveau wettbewerbsfähig, so Rolfes. Das sei sicher.
