Rückbau der alten Sternbrücke läuft – neue Brücke soll Ende Juli transportiert werden.
Seit Freitagmorgen wird die alte Hamburger Sternbrücke zurückgebaut. Wie der NDR berichtet, sind Arbeiter mit Schneidbrennern im Einsatz, um die Stahlträger der 100 Jahre alten Brücke zu zerschneiden. Der Abbau der Brückenteile verzögerte sich zunächst, da ein Transporter mit wichtigen Teilen für den Kran im Stau stand. Die etwa 140 Tonnen schweren Teile werden zum Vogelhüttendeich nach Wilhelmsburg transportiert und dort abgeladen. Die Deutsche Bahn hatte der Stadt die historischen Brückenteile als Geschenk angeboten, doch bisher zeigte Hamburg kein Interesse daran. Der Rückbau soll noch bis Sonntag andauern. Anwohner reagieren teilweise genervt, da die Bauarbeiten seit Monaten auch nachts stattfinden. Einige mussten bereits ihre Häuser verlassen, da beim Einbau der neuen Brücke ab kommendem Donnerstag ein Teilstück der Max-Brauer-Allee für mehrere Tage gesperrt wird.
Schwerlast-Transport über vorbereitete Straße
Die neue, rund 3.700 Tonnen schwere Brücke soll am 30. Juli vom Bauort am Schulterblatt etwa 500 Meter zum Bahndamm transportiert werden. Wie der NDR weiter berichtet, wird die 108 Meter lange und 21 Meter breite Brücke auf sogenannten Tausendfüßlern, hydraulischen Spezialfahrzeugen mit Dutzenden einzeln lenkbaren Rädern, über die Max-Brauer-Allee zum Einbauort an der Kreuzung Stresemannstraße bewegt. Die Schwerlastgeräte stammen aus Kanada, Afrika und ganz Europa. Für den Transport musste die Straße präpariert werden: Laternen wurden abgesägt, das Vordach einer Tankstelle gekappt und 86 Bäume gefällt. Die Straßendecke wurde extra verstärkt, um das immense Gewicht zu tragen.
Neue Brücke wird präzise eingesetzt
Das Hamburger Abendblatt berichtet, dass der Abriss der alten Sternbrücke am Freitagmorgen begonnen hat. Die neue Brücke soll in etwa 12 bis 15 Stunden vom Vormontageplatz zum endgültigen Standort transportiert werden. Dabei wird sie auf riesigen Hydraulikzylindern abgesetzt und passgenau eingesetzt. Anschließend müssen die Schienenstränge verbunden werden. Der Zeitplan der Bahn sieht vor, dass der Transport am Donnerstag und Freitag stattfindet, der Einbau voraussichtlich am Wochenende. Bei reibungslosem Ablauf könnte dieser auch schneller erfolgen.
Sorgen um Schäden durch Brückentransport
Die Hamburger Linksfraktion warnt vor möglichen Schäden beim Transport der neuen Sternbrücke. Unterirdische Siele und Kabelschächte könnten unter der Last zusammenbrechen, wie die verkehrspolitische Sprecherin der Linken betont. Der Senat verweist darauf, dass alle Schutzmaßnahmen fortlaufend mit der Deutschen Bahn und den Versorgungsunternehmen abgestimmt werden. Das Eisenbahn-Bundesamt spricht bei einem Transport dieser Dimension von einem unvermeidbaren Restrisiko. Projektleiterin Janna Widmaier von der Deutschen Bahn betont, dass das Gewicht der Brücke mit 3.685 Tonnen im zulässigen Bereich für den Schwertransport liege.
Bahnverkehr erst Ende August wieder normal
Bis Ende August soll das Bauprojekt abgeschlossen sein. Am 31. August wird der Bahnverkehr wieder aufgenommen, die Kreuzung Max-Brauer-Allee / Stresemannstraße soll am 2. September wieder befahrbar sein. Bis November kommt es jedoch zu Verkehrseinschränkungen, da noch Nebenflächen im Kreuzungsbereich umgebaut werden. Bis dahin sind Fern- und Regionalzüge sowie S-Bahnen in Hamburg von Umleitungen und Sperrungen betroffen, auch im Umland gibt es Einschränkungen.