Staat fördert neues Depot mit bis zu 540 Euro Zulage – Bekanntheit noch gering
Ab dem 1. Januar 2027 führt der Staat das Altersvorsorgedepot ein, eine neue Form der privaten Altersvorsorge mit staatlichen Zulagen. Anleger können darin in ETFs, Aktienfonds und Anleihen investieren und erhalten bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr sowie bis zu 300 Euro pro Kind, wie ad-hoc-news.de berichtet. Kapitalerträge bleiben in der Ansparphase steuerfrei, Auszahlungen sind ab 65 Jahren möglich und werden nachgelagert besteuert. Die Mindestbeiträge liegen bei 120 Euro jährlich, wobei die Förderung gestaffelt nach Eigenbeitrag gewährt wird. Bei einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro fließen so jährlich 2.340 Euro ins Depot, wie eine Beispielrechnung von BÖRSE ONLINE zeigt. Bei einer angenommenen Rendite von 5 Prozent nach Kosten und 30 Jahren Laufzeit könnte sich ein Depotstand von rund 155.500 Euro ergeben, davon 85.300 Euro Wertzuwachs. Vorzeitige Auszahlungen können jedoch zum Verlust der staatlichen Förderung führen.
Altersvorsorgedepot: Viele Bürger noch uninformiert
Trotz der geplanten Vorteile ist das Wissen über das neue Produkt in der Bevölkerung noch gering. Eine YouGov-Umfrage im Auftrag von Commerzbank und Comdirect mit 1.517 Befragten ergab, dass jeweils gut ein Drittel noch nichts vom Altersvorsorgedepot gehört hatte oder nur wenig darüber wusste. Von den Befragten, die bereits davon gehört hatten, fühlten sich 56 Prozent schlecht oder gar nicht informiert, und 38 Prozent gaben an, unerfahren mit Wertpapieranlagen zu sein. Nur 16 Prozent hielten eine Eröffnung für sehr wahrscheinlich, weitere 22 Prozent für eher wahrscheinlich.
Deutsche Bank startet mit günstigem Standarddepot
Banken und Versicherer bereiten bereits ihre Angebote vor. Die Deutsche Bank plant zum Start ein DWS-Standarddepot mit Kosten von 0,10 Prozent jährlich in den ersten zwei Jahren, danach 0,28 Prozent, wie dasinvestment.com berichtet. Später soll ein Beratungsdepot mit 0,99 Prozent jährlich plus Transaktionskosten folgen. Zudem bietet die Bank Versicherungsprodukte von Zurich mit und ohne Garantien an. Neobroker wie Scalable Capital und Trade Republic werben dagegen mit gebührenfreien Depots und kostenlosen Sparplänen. Die Deutsche Bank rät, bestehende Riester-Verträge nicht vorschnell zu kündigen, da ein Wechsel von den Konditionen des alten Vertrags und den persönlichen Zielen abhängt.
DEVK plant neues Depot ab 2027 ohne Garantie
Auch die DEVK plant ab Januar 2027 ein förderfähiges Standarddepot ohne Kapitalgarantie mit breit gestreuten ETFs, dessen Kosten unter der Obergrenze von 1,0 Prozent jährlich liegen sollen. Weitere Produkte mit Garantiebausteinen sind ab dem zweiten Quartal 2027 geplant.
Sewing und Mauderer preisen kapitalmarktbasierte Rente
Auf einer Bundesbank-Konferenz in Frankfurt sprach sich Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing für eine stärker kapitalmarktbasierte Altersvorsorge aus, wie ad-hoc-news.de weiter berichtet. Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Mauderer bezeichnete die Rentenreform sogar als möglichen „Gamechanger“. Die private Altersvorsorge bleibe jedoch eine langfristige Entscheidung, betont Dominik Hennen, Leiter Personal Banking Deutschland bei der Deutschen Bank.