Extremer Hagel in Niedersachsen: Heidenau schwer betroffen, Einsatzkräfte im Dauereinsatz
Ein schwerer Hagelsturm hat am Montagabend den niedersächsischen Ort Heidenau in der Samtgemeinde Tostedt (Landkreis Harburg) verwüstet. Wie der lokale Nachrichtenanbieter besser-im-blick.de berichtet, waren die Hagelkörner zeitweise tennisballgroß und richteten massive Schäden an. Dächer wurden durchschlagen, Autos zerschlagen und Gärten zerstört. Anwohner wie Annette Pantzchanes beschrieben die Situation als „Inferno“ und betonten, so etwas noch nie erlebt zu haben. Auch Rachid Ikbal bestätigte, dass die Hagelkörner fünf bis sieben Zentimeter dick gewesen seien und praktisch alles zerstört hätten, was im Weg stand. Die Straßen des Ortes glichen einem Schrottplatz, fast jedes Auto hatte zersprungene Scheiben oder verbeulte Karosserien. Eine Autofahrerin blieb unverletzt, obwohl alle Scheiben ihres Kleinwagens zerborsten waren. Glassplitter klebten an ihrer Haut, wie sie selbst schildert.
Feuerwehr im Sturm: Ehrenamtliche riskieren Gesundheit
Die Feuerwehr war mit rund hundert Einsatzkräften aus sieben Ortswehren im Einsatz, wie Nils Renken, Sprecher der Feuerwehren der Samtgemeinde Tostedt, gegenüber besser-im-blick.de erklärte. Die Eigengefährdung der Einsatzkräfte sei real gewesen, da mit herabfallenden Ästen und umstürzenden Bäumen zu rechnen war. Alle Feuerwehrkräfte in der Region sind ehrenamtlich. Über dreißig Einsatzstellen wurden abgearbeitet, Verletzte gab es keine. Samtgemeindebürgermeister Peter Dörsam (parteilos) brach seinen Urlaub ab und schätzte den Gesamtschaden auf mehrere Millionen Euro. Einige Anwohner halten sogar einen Schaden von über zehn Millionen Euro für möglich. Dachdeckerkapazitäten würden knapp, betonte Dörsam, da viele Dächer dringend abgesichert werden müssten.
Hagel verwüstet Heidenau: Tennisballgroße Brocken
Die Mopo berichtet ebenfalls von tennisballgroßen Hagelkörnern in Heidenau und beschreibt die Lage als chaotisch. Eine Anwohnerin sagte, es sei „nichts mehr heile“. Allein in Niedersachsen gingen zwischen 21 Uhr und 1 Uhr rund 250 Notrufe ein, die Feuerwehr rückte zu etwa 600 Einsätzen aus. Auch in Schleswig-Holstein gab es Schäden: In Elmshorn blieb ein Streifenwagen in einer überschwemmten Unterführung stecken. Zudem geriet der Dachstuhl eines Einfamilienhauses vermutlich nach einem Blitzeinschlag in Brand.
DWD warnt vor 40 Litern Regen pro Stunde
Der NDR bestätigt die massiven Hagelschäden in Heidenau und verweist auf einen Sprecher der Feuerwehr, der von Dutzenden beschädigten Dächern und mehreren beschädigten Autos sprach. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor heftigem Starkregen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter in der Stunde, Hagel und Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 70 km/h gewarnt. Für die Nacht zu Dienstag wurden in Niedersachsen weiterhin lokale Schauer und Gewitter erwartet, die zu Überflutungen führen könnten.
