Unmittelbar vor dem Koalitionsausschuss von Union und SPD warnt der Familienunternehmer-Verband die Bundesregierung vor einer Anhebung des Spitzensteuersatzes und einer höheren Erbschaftsteuer. Verbands-Chefin Marie-Christine Ostermann kritisiert, eine Steuererhöhung würde Familienunternehmen in der Wirtschaftskrise „bis ins Mark treffen“ und Investitionen verhindern.
Familienunternehmer-Verband warnt vor höheren Steuern
Verbands-Chefin Marie-Christine Ostermann sagte der „Rheinischen Post“, eine Anhebung des Spitzensteuersatzes würde mitten in der Wirtschaftskrise viele Familienunternehmen bis ins Mark treffen. Statt die Betriebe endlich zu entlasten, wolle der Finanzminister mit einem höheren Spitzensteuersatz die Fähigkeit zum Investieren rauben, sagte Ostermann der „Rheinischen Post“.
Die Personengesellschaften in allen Branchen würden nach Einschätzung von Ostermann nicht mehr in Deutschland in Arbeitsplätze und Maschinen investieren können, vom Bestehen im internationalen Wettbewerb ganz zu schweigen. „Es ist, als ob der Finanzminister die Saatkartoffeln rauben würde“, so Ostermann gegenüber der „Rheinischen Post“. Niedrigere Steuern für alle Unternehmen seien jetzt überlebenswichtig, betonte sie in der Zeitung.
Kritik auch an Plänen zur Erbschaftsteuer
Über eine Verschärfung der Erbschaftsteuer auf Betriebsvermögen müsse sich der Finanzminister keine Gedanken mehr machen, wenn er vorher die Substanz der Personengesellschaften zerstört habe, sagte Ostermann sarkastisch der „Rheinischen Post“.
Bekannt gewordene Vorschläge zur Steuerreform
Zuvor waren laut „Rheinischer Post“ Vorschläge von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) für eine Steuerreform bekannt geworden. Demnach würde der normale Spitzensteuersatz für zu versteuernde Jahreseinkommen von etwa 76.000 Euro von 42 auf 44 Prozent angehoben. Der Reichensteuersatz würde ab 200.000 Euro Jahreseinkommen von 45 auf 49 Prozent erhöht, berichtete die „Rheinische Post“.
