Die anhaltende Hitzewelle setzt nach Einschätzung der Speditionsbranche der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland zunehmend zu und beeinträchtigt den Güterverkehr. Schäden an Straßen, Störungen im Schienenverkehr sowie sinkende Pegelstände auf wichtigen Wasserstraßen führen demnach bereits zu Umleitungen, Kapazitätsengpässen und zusätzlichen Belastungen für die Unternehmen.
Extremhitze belastet Straßen- und Schienenverkehr
Die andauernde Extremhitze führe die Verkehrsinfrastrukturen teilweise bereits an Belastungsgrenzen und beeinträchtige auch die Güterlogistik, sagte Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik, dem „Handelsblatt“. Auf einigen Autobahnen sei der Straßenbelag bereits so stark beschädigt, dass Strecken gesperrt worden seien. Auch Schienen, Oberleitungen, Weichen und Stellwerke seien betroffen, sodass der Schienengüterverkehr zusätzlich gestört werde.
Sinkende Pegelstände auf Rhein, Mosel und Neckar
Sorgen bereitet der Branche laut Huster auch die Entwicklung auf den Wasserstraßen. Wenn Pegelstände an Rhein, Mosel und Neckar weiter sinken, verringere sich die Abladetiefe der Binnenschiffe, sagte Huster dem „Handelsblatt“. Ladungen müssten dann auf mehrere Schiffe verteilt werden. „Das werde dann irgendwann zur Kapazitätsfrage.“ Zusätzliche Probleme entstünden durch hitzebedingte Ausfälle in den Nordseehäfen.
Störungen in Häfen und steigender Dispositionsaufwand
Aus Sicherheitsgründen hätten Containerterminals im Rotterdamer Seehafen vergangene Woche hitzebedingt den Betrieb vorübergehend eingestellt, sagte Huster dem „Handelsblatt“. Sämtliche Slots zur Anlieferung und Abholung von Containern seien storniert worden. Dadurch entstünden weitere Staus im Hinterlandverkehr auf Straße, Schiene und Wasserstraße. Störungen und Sperrungen auf den Verkehrsinfrastrukturen zwingen die Logistikunternehmen laut Huster dazu, täglich improvisieren und umrouten zu müssen. „Der damit verbundene erhöhte Dispositionsaufwand belaste zusehends die Beschäftigten und schlage negativ auf das Geschäftsergebnis durch“, sagte Huster dem „Handelsblatt“.
