Vor dem Nato-Gipfel in Ankara hat Norwegens Finanzminister und Ex-Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Bündnispartner zu größerem Zusammenhalt aufgerufen. Trotz bestehender Konflikte setzt er auf ein „starkes Zeichen der Einigkeit“ und mahnt zugleich zu höheren Verteidigungsausgaben in Europa, um das Engagement der USA zu sichern.
Appell an Geschlossenheit trotz Differenzen
Der norwegische Finanzminister und ehemalige Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Bündnispartner vor dem anstehenden Gipfeltreffen in Ankara zu mehr Zusammenhalt aufgerufen. Er hoffe, dass der Gipfel ein „starkes Zeichen der Einigkeit“ in der Nato sein werde, sagte er der „Welt“. Trotz der Differenzen müsse man in der Lage sein, gemeinsam gegen die „wichtigsten Bedrohungen und Herausforderungen“ vorzugehen, so Stoltenberg in dem Interview mit der „Welt“.
Es gebe zwar „ernsthafte Meinungsverschiedenheiten“ zwischen den Nato-Partnern, wie etwa den Streit um Grönland, sagte Stoltenberg der „Welt“. Dennoch sei er zuversichtlich, dass die Nato „eine starke transatlantische Allianz“ bleiben könne. „Es liegt im nationalen Sicherheitsinteresse der Vereinigten Staaten, eine starke Nato zu haben“, sagte Stoltenberg der „Welt“. „Die Verteidigung der USA beginnt an der europäisch-russischen Grenze.“
Mehr Investitionen als Signal an die USA
Die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer neuen Lastenteilung innerhalb des Bündnisses sei allerdings berechtigt, sagte Stoltenberg der „Welt“. „Das Wichtigste, was Europa tun kann, um das transatlantische Bündnis aufrechtzuerhalten und das Engagement der USA auch unter Präsident Trump zu sichern, ist, mehr zu investieren“, sagte Stoltenberg der „Welt“.
Laufbahn in Nato und norwegischer Politik
Stoltenberg war von 2014 bis 2024 Generalsekretär der Nato und zuvor langjähriger Ministerpräsident Norwegens. Seit Februar 2025 ist er norwegischer Finanzminister.
