Mehrere europäische Außenminister haben in einer gemeinsamen Erklärung ihre Besorgnis über die anhaltenden Angriffe im Sudan geäußert. Im Fokus steht die Stadt El Obeid, in der trotz internationaler Forderungen die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung weitergeht. Die Minister warnen vor einer Wiederholung der im vergangenen Jahr in Al-Faschir verübten Gräueltaten, die als mögliche Völkermordverbrechen eingestuft wurden.
Warnung vor Wiederholung von Gräueltaten
Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Irlands, Italiens, der Niederlande, Norwegens und des Vereinigten Königreichs haben in ihrer gemeinsamen Erklärung auf Berichte verwiesen, wonach die Angriffe auf El Obeid trotz internationaler Appelle zum Schutz der Zivilbevölkerung andauern. Im vergangenen Jahr hatten Gräueltaten in Al-Faschir weltweit Entsetzen ausgelöst, die als mögliche Völkermordverbrechen eingestuft wurden. Die Minister betonten am Mittwoch, dass sich solche Ereignisse nicht wiederholen dürfen.
In den letzten Wochen führten nach Angaben der Minister wiederholte Drohnenangriffe auf El Obeid zu zahlreichen zivilen Opfern und einem akuten Mangel an Treibstoffen, Lebensmitteln und Wasser. Die humanitäre Lage verschärft sich weiter, da die Regenzeit naht und humanitäre Helfer gezielt angegriffen werden.
Forderungen an Konfliktparteien
Die Minister fordern die Rapid Support Forces (RSF) auf, ihre Angriffe sofort einzustellen und der Zivilbevölkerung eine sichere Ausreise zu ermöglichen. Alle Konfliktparteien müssten einen schnellen, sicheren und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe gewährleisten. Zudem riefen sie die RSF und die Sudanese Armed Forces (SAF) sowie deren Verbündete auf, die Gewalt zu deeskalieren und das humanitäre Völkerrecht zu respektieren.
Nach der Erklärung müsse die internationale Gemeinschaft handeln, um weiteres Blutvergießen zu verhindern und eine geeinte Reaktion im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sicherzustellen.
Lage in El Obeid
El Obeid ist die Hauptstadt des sudanesischen Bundesstaates Schamal Kurdufan und hatte laut früheren offiziellen Angaben knapp eine halbe Million Einwohner. Wie viele Menschen sich derzeit noch in der Stadt aufhalten, ist unklar.
