Westliche Hersteller bauen mehr in der EU, chinesische Importe steigen trotzdem.
Seit der Einführung von EU-Zöllen auf Elektroautos aus China im Herbst 2024 verlagern westliche Hersteller ihre Produktion zunehmend nach Europa. Das geht aus einer Studie des europäischen Verkehrsverbands Transport & Environment (T&E) hervor, wie heise.de und n-tv berichten. Demnach sank der Anteil von in China produzierten E-Autos westlicher Marken wie BMW, Dacia, Volvo, Smart und Tesla am gesamten EU-Absatz batterieelektrischer Fahrzeuge zwischen 2024 und dem ersten Quartal 2026 von 38 auf 23 Prozent. Bei Tesla allein reduzierte sich der Anteil von 26 auf 19 Prozent, wie heise.de angibt, während n-tv von einem Rückgang von 23 auf 19 Prozent spricht. Die Unterschiede in den Zahlen könnten auf abweichende Berechnungsgrundlagen zurückgehen.
BYD und Geely profitieren von EU-Zöllen
Die Zölle hatten hingegen kaum Auswirkungen auf die Importe chinesischer Hersteller. BYD und Geely steigerten ihre Exporte nach Europa trotz der Abgaben deutlich, wie beide Quellen übereinstimmend melden. BYD habe seinen Marktanteil in der EU sogar mehr als verdoppelt, was vor allem auf die hohe Überproduktion in China zurückzuführen sei. Eine Ausnahme bilde Saic, dessen Absatz stark einbrach. Der Grund: Für dessen Fahrzeuge fallen fast doppelt so hohe Zölle an, da die EU dem Unternehmen eine stärkere Inanspruchnahme staatlicher Subventionen bescheinigt.
Chinesische Hersteller bauen europäische Fabriken
Gleichzeitig verlagern auch chinesische Hersteller Teile ihrer Produktion nach Europa. Seit der EU-Untersuchung zu Subventionen im Jahr 2023 seien zehn neue Produktionsstätten auf dem Kontinent geplant worden, so T&E. Zudem setzen sie bei Exporten vermehrt auf Plug-in-Hybride (PHEV), deren Marktanteil in der EU von 3 auf 13 Prozent stieg. Die Daten decken sich im Grundsatz mit den Produktionszahlen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) in Deutschland. Dort stieg die Produktion reiner Elektroautos (BEV) 2025 um 15 Prozent auf 1,22 Millionen Einheiten – bei gleichzeitig sinkendem Absatz. Ob dies direkt mit der Verlagerung von Kapazitäten aus China zusammenhängt, geht aus den VDA-Daten nicht hervor.
