Der Dax ist am Montag positiv in die neue Handelswoche gestartet und hat weiter Boden gutgemacht. Belastungsfaktoren wie der hohe Ölpreis, die angespannte Lage an der Straße von Hormus und neue Zolldrohungen bremsen nach Einschätzung von Marktbeobachtern jedoch eine klare Aufwärtsbewegung. Auch an den Rohstoff- und Devisenmärkten zeigten sich zum Wochenbeginn leichte Veränderungen.
Leitindex startet fester in schwache Saisonphase
Am Montagmorgen wurde der Dax gegen 9:30 Uhr mit rund 24.360 Punkten berechnet, 0,3 Prozent über dem Schlussniveau vom Donnerstag. Nach Einschätzung von Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, relativiert sich die jüngste Erholung im größeren Zusammenhang. „Die Kurserholung im Dax vor dem verlängerten Wochenende wirkt für sich betrachtet imposanter, als sie im Gesamtkontext eines nach wie vor nicht vorhandenen Trends in Wirklichkeit ist“, sagte Stanzl laut Consorsbank.
Der Leitindex trete nun in eine saisonal eher schwache Börsenphase ein, nachdem das jahreszeitliche Muster ihn zuvor eher gestützt habe. „Unter dem Strich könnte sich die Schaukelbörse im Dax also fortsetzen. Für einen direkten Durchmarsch in Richtung Allzeithoch fehlt dem Dax wohl die Kraft, solange der Ölpreis nahe 120 Dollar notiert. Ein Trend im Dax ist weiter nicht erkennbar“, so Stanzl weiter.
Ölpreis als Gradmesser für Stimmung an den Märkten
Besonderes Augenmerk richten Anleger nach Angaben der Consorsbank auf die Entwicklung am Energiemarkt. „Anleger schöpfen kurzfristig Kraft aus dem Umstand, dass der Ölpreis zwar bis auf 120 Dollar anstieg, diese seit Kriegsbeginn gültige Preisgrenze aber nicht nach oben durchschritten hat. Die 120-Dollar-Marke im Ölpreis ist eine Art Gradmesser für die Stimmung am Energiemarkt. Ein Pendeln des Preises zwischen 100 und 120 Dollar scheinen die Märkte zu akzeptieren. Die westlichen Lagerbestände leeren sich Tag für Tag ein Stückchen weiter, und ein Anstieg über 120 Dollar bleibt damit nur eine Frage der Zeit, wenn die Seefahrt durch die Straße von Hormus blockiert bleibt“, hieß es.
Am Rohölmarkt setzte sich der Aufwärtstrend am Montagmorgen fort. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 109,00 US-Dollar, das waren 78 Cent oder 0,7 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Skepsis gegenüber Trumps Ankündigungen – Euro und Gold schwächer
Mit Blick auf die geopolitische Lage im Persischen Golf und die Rolle der USA zeigte sich laut Consorsbank Zurückhaltung unter Investoren. „Anleger blicken skeptisch auf die von US-Präsident Trump angekündigte Rettungsaktion gestrandeter Schiffe aus dem Persischen Golf. Die große Frage ist, ob sich überhaupt ein Schiff auf den Weg durch die Straße von Hormus machen wird, solange die Fragen der Versicherung und der Sicherheit nicht vollends geklärt sind. Die Börsen tendieren dazu, nicht mehr auf Trumps Worte zu reagieren – sie wollen Taten und Ergebnisse sehen, bevor sie reagieren“, sagte Stanzl.
An den Devisenmärkten gab die europäische Gemeinschaftswährung am Montagmorgen leicht nach. Ein Euro kostete 1,1726 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8528 Euro zu haben.
Der Goldpreis zeigte sich schwächer. Am Morgen wurden für eine Feinunze 4.586 US-Dollar gezahlt, ein Minus von 0,6 Prozent. Das entspricht einem Preis von 125,74 Euro pro Gramm.
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