Der Dax ist am Mittwoch mit deutlichen Verlusten in den Handelstag gestartet. Belastet wird der Markt nach Einschätzung eines Experten vor allem durch die jüngsten Spannungen zwischen Iran und den USA sowie durch die damit verbundenen Sorgen um Inflationsrisiken. Zugleich macht sich an den Börsen eine sommerliche Lethargie breit, während Anleger auf Impulse aus der US-Berichtssaison hoffen.
Dax rutscht deutlich ins Minus
Der Dax ist am Mittwoch mit klaren Abschlägen in den Handel gegangen. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.175 Punkten berechnet, 1,1 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag. An der Spitze der Kursliste rangierten Scout24, Eon und RWE, am Ende MTU, Vonovia und die Deutsche Bank.
Geopolitische Spannungen und Marktstimmung
Die jüngsten politischen Entwicklungen belasten nach Einschätzung von Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, die Stimmung an den Märkten deutlich. „Die gegenseitigen Angriffe zwischen Iran und den USA überstiegen gestern das Maß, das man in den Tagen zuvor noch als bloßes Scharmützel herunterspielen konnte“, sagte Stanzl der Consorsbank zufolge. Gerade die Kombination mit einem erneuten Embargo iranischer Ölexporte erzeuge ausgerechnet zu dem Zeitpunkt neue Unsicherheit, als die Märkte die geopolitischen Risiken samt der dadurch begleiteten Inflationssorgen abhaken wollten. „Die jüngsten Entwicklungen stellen keine Abkehr vom Friedensprozess dar. Sie sind aber eine Entwicklung in die falsche Richtung.“
Parallel dazu beschreibt Stanzl eine nachlassende Dynamik an den Aktienmärkten. Langsam, aber sicher mache sich eine sommerliche Lethargie breit. „Die Anleger suchen angesichts eines sich lichtenden Terminkalenders immer vergeblicher nach einem neuen triftigen Grund, überzeugt bei Aktien zuzugreifen“, so Stanzl laut Consorsbank. „Jetzt hoffen Anleger auf neue Impulse durch die beginnende Berichtssaison in den USA. Die daran geknüpften Erwartungen sind allerdings hoch, vielleicht zu hoch, und damit steigt die Gefahr, dass es zu Enttäuschungen kommt.“ Eine Konsolidierung über die nächsten drei bis vier Wochen werde nach seiner Einschätzung immer wahrscheinlicher, bis feststehe, was die Berichtssaison für die Anleger bereithalten werde.
Euro fester, Ölpreis zieht an
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Mittwochmorgen etwas stärker. Ein Euro kostete 1,1422 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8755 Euro zu haben.
Deutlich nach oben ging es unterdessen für den Ölpreis. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 76,57 US-Dollar; das waren 3,3 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
