Der Dax ist am Freitag mit deutlichen Verlusten in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Belastet von einer neuen Verkaufswelle im Technologiesektor rutschte der Leitindex am Morgen auf 24.810 Punkte ab. Parallel gaben Ölpreise deutlich nach, während der Euro etwas zulegte.
Dax rutscht ab – Technologiewerte unter Druck
Um kurz nach 9:30 Uhr wurden 24.810 Punkte für den Leitindex berechnet, das waren 0,7 Prozent weniger als bei Vortagesschluss. Besonders kräftig ging es zu Handelsstart für Zalando bergab, der Onlinehändler verlor rund neun Prozent an Wert. Auch Siemens Energy und Infineon lagen am Morgen jeweils über zwei Prozent im Minus.
Jochen Stanzl von der Consorsbank kommentierte das Handelsgeschehen mit den Worten: „Der Dax kann sich einer neuen Verkaufswelle nicht entziehen, die erneut über den Technologiesektor schwappt“. Weiter sagte er: „Die Anleger sind zwischen den Möglichkeiten und Chancen der Künstlichen Intelligenz und den Risiken hoher Bewertungen hin- und hergerissen.“
Sorgen um Marktphase und KI-Rally
Nach Einschätzung von Stanzl enthielten die US-Inflationsdaten oder Micron-Zahlen „zwar eigentlich nichts, was neue Zins- oder KI-Ängste schüren müsste“, dennoch sei es besorgniserregend, dass Anleger auch bei positiven Nachrichten verkauften. „Werden gute Nachrichten verkauft, kann das auf einen Hochpunkt des Marktes und auf eine bevorstehende Korrektur hindeuten“, so Stanzl.
Seit Alphabets Kapitalerhöhung und dem SpaceX-Börsengang sei zudem „Sand im Getriebe der Technologie- und KI-Rally“. Stanzl erklärte: „Vielleicht ist das zusätzliche Aktienangebot, das der Markt aufnehmen muss, tatsächlich ausreichend, um die aktuelle Nachfrage der Anleger nach dem Anlagethema KI zu sättigen.“ Darauf deuteten nach seinen Worten auch die Berichte über eine Verschiebung des Börsengangs von OpenAI hin.
Rohstoff- und Devisenmarkt in Bewegung
Der Ölpreis sank unterdessen weiter deutlich. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 73,50 US-Dollar, das waren 176 Cent oder 2,3 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Freitagmorgen etwas stärker. Ein Euro kostete 1,1381 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8787 Euro zu haben.
