Der Dax hat sich am Mittwoch nach einem zunächst schwächeren Start bis zum Mittag leicht ins Plus vorgearbeitet. Gegen 12:50 Uhr notierte der Leitindex bei rund 24.945 Punkten und damit 0,1 Prozent höher als am Vortag. Während Titel aus der Autoindustrie belasteten, legten einzelne Technologiewerte und defensive Konsumtitel zu.
Dax knapp unter der Marke von 25.000 Punkten
Am Mittag wurden im Dax Zalando, Bayer und die Commerzbank an der Spitze der Kursliste geführt, während BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen zu den schwächsten Werten zählten. Der Index blieb damit weiter knapp unter der Marke von 25.000 Punkten.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, sagte dazu: „Der Automobilsektor bleibt die Bremse für den Dax und hält den Index weiter unter 25.000 Punkten.“ Er verwies dabei auf die jüngsten Signale aus der Branche: „Nach Volkswagen schlägt nun auch BMW vorsichtigere Töne an. Beide Konzerne weisen darauf hin, dass die Absatzkrise noch nicht vorbei ist und sich der Wettbewerb in den wichtigsten Märkten weiter verschärft hat.“ Damit sei die Hoffnung vieler Investoren auf eine baldige Erholung in der deutschen Kernbranche verfrüht gewesen.
Druck auf Premiumhersteller nimmt zu
Lipkow ordnete die Lage der Autobauer ein: „Bisher galten die Premiumhersteller als relativ krisensicher und unangreifbar, da sich der Verdrängungswettkampf tendenziell in der Mittelklasse abgespielt hatte.“ Nun aber habe sich die Situation verändert: „Jetzt aber ist der Preiskampf auch in Teilen des Premiumsegments angekommen und drückt auf die Margen der deutschen Autobauer.“
Zur allgemeinen Konsumlaune sagte Lipkow weiter: „Die Inflation leiste ihrerseits einen Beitrag zum Absatzrückgang, da immer mehr Verbraucher ihre Autokäufe aufschieben oder auf Modelle aus dem Mittelklassesegment umsteigen.“
Investoren setzen auf Technologie und defensive Titel
Vor diesem Hintergrund verschieben sich nach Einschätzung des Experten die Schwerpunkte an der Börse. „Die Investoren fokussieren sich deshalb verstärkt auf die Technologiewerte und die Vertreter aus den defensiven Branchen“, fügte der Analyst hinzu. Konkrete Auswirkungen seien bereits zu beobachten: „Zaghafte Käufe zeigen sich bei den Aktien von Beiersdorf und Henkel in der Hoffnung auf eine sich aufhellende Konsumstimmung.“
